Samstagabend. Sofazeit. SIE und ich liegen in trauter Zweisamkeit und Glückseeligkeit auf dem Sofa, lassen uns von niveaulosem TV-Programm sanft berieseln und ich bin richtig glücklich. Sehr glücklich. Extrem glücklich. Wir kuscheln uns aneinander, sie streichelt zärtlich über meinen Arm – und schaut mich verliebt an.
Bis hier klingt das echt schön. Dann der sich zum Monolog wandelnde Dialog.
SIE: “*hach*”
Ich: “Hm?”
SIE: “Ich finde Deine Haare auf Deinen Armen sooo süß!!”
Ich: “Echt? Das ist schön…”
SIE: “Die fühlen sich soooo toll an!”
Ich: “Findest Du?”
SIE: “Ja, wie ein Fell…!”
Ich: “Waaa? Wie… ein – FELL???”
SIE: “Ja, wie ein Fell. Und das ist sooo süß! Ich mag Deine Haare, alle Deine Haare. Egal wo… Du bist mein kleines Äffchen!”
Ich: (relativ geschockt) “Dein… ÄFFCHEN??”
SIE: “Das ist doch nicht schlimm, ich finde das sooo süß!”
Ich: “So süß… Äffchen…ICH BIN EIN AFFE?!”
Ich bin also ein Affe. Ein sich von Baum zu Baum schwingendes kleines – in meinem Fall eher großes – Urwald-Tier, welches zu 100% mit dichtem Haar bewachsen ist. Überall. Am ganzen Körper. Ein Affe.
SIE: “Aber Schatzi, das ist doch nicht schlimm – Du bist doch MEIN Äffchen, und noch dazu so süß!”
Ich: “Ich bin KEIN Affe!!!”
SIE: “Dohoch! Und ich glaube, Du wärst dann ein Silberrücken. Ja, genau, wenn Du ein Affe wärst, dann wärst Du ein Silberrücken!”
(Ich zitiere hier mal kurz Wikipedia: “Dafür entwickelt sich bei älteren Männchen ein silbergraues Rückenfell, weswegen sie auch als „Silberrücken“ bezeichnet werden. Während bei den Östlichen Gorillas diese Graufärbung auf den Rücken beschränkt bleibt, kann sie sich bei Westlichen Gorillas auch auf die Hüften und die Oberschenkel erstrecken.”)
SIE: “Was denn?? Wärst Du lieber ein Orang Utan? Oder ein Schimpanse?”
Ich: “Ich bin überhaupt gar kein kein Affe, weder Schimpanse, noch Orang Utan, noch Silberrücken!”
SIE: “Doch, das bist Du. Wenn Du über mir sitzt und mich durchgekitzelt hast, dann hockst Du auch immer wie ein Gorilla da und stützt Dich auf den Fäusten ab. Und wenn Du was Tolles machst, dann trommelst Du Dir auf die Brust. Finde Dich damit ab.”
Ich verabschiede mich aus diesem Posting mit dem Auszug: “Bekanntestes kommunikatives Verhalten der Gorillas ist das Trommeln auf die Brust. Früher hielt man es für ein rein männliches Verhalten, das dem Imponiergehabe dient und andere Männchen einschüchtern sollte. Verhaltensmuster, die der Einschüchterung dienen, umfassen neben lautem Gebrüll auch das Laufen auf zwei Beinen, das Schütteln von Ästen, das Abreißen und Wegwerfen von Pflanzen und das Schlagen auf den Boden.”
SCHEISSE – das bin ja tatsächlich ICH!!!




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