Ich glaube es war irgendwann Mitte August, als Madame zum ersten Mal kreischend durch die Wohnung sprang und mir ein bitterliches, erbärmlich leidendes “Mir ist soooo kalt” um die Ohren wirbelte – und als ich mich genauso zum ersten Mal wunderte, ob denn wohl die ihr mitgegebenen Wärme- und Kälterezeptoren ganz eventuell einen Defekt im Schaltkreis haben würden. Hatten sie natürlich nicht, denn in eben jener letzten Augustwoche wurde per höchst-majestätischem Beschluss die gute Sommerbettwäsche dann auch direkt gegen die Arktis-Ausstattung getauscht. Während ICH fortan Nacht für Nacht wach wurde und sofort zum Fieber-Thermometer griff, weil mich die Schweißausbrüche eigentlich umgehend an ernstzunehmende Krankheiten denken ließen, durfte und darf ich seitdem allmorgendlich ein wimmerndes, frierendes und zusammengekauertes Häuflein Frostköttel neben mir erleben.
Ich würde es nicht unbedingt mit “Terror” vergleichen, was ich von nun an erleb(t)e, aber das Starten der Heizungsanlage ab August unter – sagen wir “Gewächshaus-Bedingungen” fördert nicht unbedingt mein allgemeines Wohlbefinden. Madame wundert sich ja, warum in ihrer Wohnung eben solche Pflanzen besonders gut gedeihen, die normalerweise nur in subtropischen Verhältnissen ein Zuhause finden. Nun – ICH weiß warum. Aus dem gleichen Grund nämlich, wegen dem ich täglich eigentlich mehr Wasser trinken müßte, als ich es damals auf Kuba getan habe oder wegen dem hier drin wahrscheinlich demnächst Handteller-große Schmetterlinge oder irgendwelche bunten Echsen ihr neues Heim finden werden. Auch die auffällig großen Spinnentiere hier in der Gegend dürften ihre kräftige Statur wohl der heimischen Heizungsanlage zu verdanken haben – wir sind ja Tierfreunde, so ist das ja nicht.
Also denn – ich geh mir dann mal eben eine neue Badehose kaufen, die brauche ich hier nämlich von nun an täglich wenn ich mich zuhause aufhalte – denn die Temperaturen bringen ein 1A Urlaubsflair. Genau deshalb werde ich gleich die Liege im Wohnzimmer aufbauen, mir einen frischen Cocktail mixen, ein wenig Salsa-Musik einspielen und ein gutes Buch lesen. Wenn mich wer sucht: ich bin auf dem Sonnendeck.




Dauerurlaub – ist doch auch ganz nett! ;)