Die Aufgabe “gemeinsam Koffer packen” muss vom Schöpfer höchstpersönlich als kleine, unlösbare Gemeinheit in die Gehirne von Mann und Frau hineinprogrammiert worden sein, da Männer und Frauen auch bei gleich langem Urlaub offenbar vollkommen unterschiedliche Klamottenbedürfnisse haben. Es wäre ja auch zu einfach, wenn dieser Akt kurz vor der Abreise friedlich und stressfrei gehandelt werden könnte, nein: auch hier zeigt sich wieder einmal in schönster Form, dass es zwischen den Geschlechtern gewaltige Unterschiede gibt. Und genau deshalb packt für gewöhnlich jeder Mensch seinen Koffer für sich, wenn auch auf sehr unterschiedliche Art und Weise.
Als Frau checkt man vor dem Packen den Wetterbericht für die gewünschte Destination und sammelt sich die passenden Utensilien aus dem Kleiderschrank zusammen. Lieber ein bisschen mehr als weniger, nicht dass man hinterher doof aus der nicht vorhandenen Wäsche guckt. Je nach Ziel gibt es durchaus auch den Wunsch, weniger bei der Anreise mit ins Urlaubsland einzuführen, einen leichten Koffer und viel Platz zu haben, um anschließend den Zollbeamten beim Wiedereintritt in die heimische Atmosphäre ein staundendes Augenaufreißen zu ermöglichen. Klar ist aber immer: für jede sicher vorhergesagte Wetterlage muss was da sein, wäre ja auch wirklich doof, sich nur mit Kleidchen und Bikini bei 15 Grad und Regen irgendwo wiederfinden zu müssen. Und da es heutzutage nun mal geht, wird es auch so gemacht. Das trifft logischerweise nicht nur auf Kleidung an sich zu, mit Sandalen im Hochwasser zu stehen ist nämlich mindestens genauso blöd. Logische Schlussfolgerung: die passende Tasche, der passende Gürtel, etc. Und so kann es durchaus passieren, dass für 7 Tage Urlaub ein Koffer her muss, der vom Format her ungefähr dem gleich kommt, den unsere Eltern 1985 für sich und die drei Kinder für drei Wochen gebraucht haben. Natürlich weiß ich beim Packen auch schon, dass ich grob geschätzt 2/3 der Klamotten zu Hause lassen könnte, weil ich sie sowieso nicht brauche und weil ich mir im Falle eines Falles und je nach Reiseziel ohnehin neue Klamotten kaufen kann und werde. Aber manche Sachen müssen auch einfach mitgenommen werden, die will frau auch in fernen Ländern ausführen.
Männer sind da anders. Pragmatischer. Wenn sie überhaupt in der Lage sind, selber zu packen, vergessen sie einfach die Hälfte.
“Schaahaaatz, kannst du mir bitte mal beim Kofferpacken helfen?”
“Bin da. Wie kann ich helfen?”
“Ich weiß nicht, was ich mitnehmen soll!”
“Du hast deine Schublade noch nicht mal geöffnet!”
“Mach du das doch einfach, bitteee!”
Sagt es und verschwindet im Wohnzimmer, mich zurückgelassen mit der unehrenhaften Aufgabe, SEINE Garderobe der nächsten Tage bis Wochen zu bestimmen. Die oft getestete und ebenfalls für nicht gut befundene Alternative wäre nämlich, spätestens beim Auspacken festzustellen, dass die erste Urlaubsaktion nicht etwa der langersehnte Gang zum Strand, sondern in den nächsten Klamottenladen ist, ein neues Komplettpaket Kleidung kaufen. Der Koffer war beim Wiegen auch schon verdächtig leicht, aber dass Männer es tatsächlich schaffen, ALLES essentielle zu vergessen, ist und bleibt ein Mysterium.
Unterhosen, Zahnbürste, Rasierer, Sonnencreme, Handtuch, Badehose, Flipflops – alles Sachen, an die man auch nicht denkt, wenn man 14 Tage Strandurlaub vor Augen hat. Oder er nimmt partout die falschen Sachen mit. Chucks machen bei einem Wandertrip in den Alpen ja auch irgendwie Sinn. Abends, im Bett oder so. Beim Kofferpacken legt sich der “Ich kann alles”-Hebel im männlichen Gehirn schlicht und ergreifend auf “Ich bin gerade erst geschlüpft” um. Es wird einem dann gerne so verkauft, dass man (also ich) es ja viel besser könne, immer schon ein besseres Auge hätte, für das, was er anziehen soll. Faktisch hat er einfach nur keine Lust. Vor mir hat er ja auch nicht 14 Tage lang nackt in der Gegend rumgestanden, als er als Single in den Urlaub gefahren ist. Besonders gefährlich ist es, diese Aufgabe dann anzunehmen und tatsächlich zu glauben, man kenne seinen Mann. Die Undankbarkeit eines Mannes, wenn er einen fremdgepackten Koffer öffnet und nach und nach feststellt, dass das ein oder andere Teil nicht dabei ist, das er eingepackt HÄTTE, wenn er es denn getan hätte, ist unfassbar groß.
Natürlich enden solche Diskussionen immer gleich: er sauer, ich beleidigt und der Satz “Mach es beim nächsten Mal halt selbst und nerv mich nicht” gebetsmühlenartig wiederholt in der Luft. Zwangsläufig müssen wir dann ja einkaufen gehen und spätestens nach dem Essen gehts dann auch wieder. Und irgendwann, ab Mitte des Urlaubs wendet sich das Blatt: wenn ich nicht mehr weiß, wo ich die neu erstandenen Kleider und Schuhe noch hinstecken soll, ohne 60 € für 2 Kilo Übergepäck zahlen zu müssen. Am besten in seinen Koffer. Ist ja noch Platz drin.
Für jetzt haben wir allerdings nur einen gemeinsamen Koffer. Und einen Kofferraum, da geht noch was.




Besser den Koffer für IHN mitpacken, als sowas zu erleben, was meiner Arbeitskollegin passiert ist. Da hatte sie ihre Sachen in den Koffer gepackt und er sollte seine Sachen dazu packen… Tja, er war dann so nett und wollte ihre ganzen Oberteile nicht verknubbeln und hat sie deshalb aufs Gästebett gelegt und seine Sachen reingepackt.
Leider war er wohl nen bisschen vergesslich und das Ende vom Lied war, daß er die Oberteile dort auf dem Bett vergessen hat und seine Frau kein einziges Oberteil am Urlaubsort hatte… ;o)
Da mußte er dann natürlich erstmal seine Kreditkarte zücken und sie durfte shoppen *lach*.
Ach du meine Güte! Ich glaub ich wäre Amok gelaufen, anschließende Shoppingtour hin oder her.. ;-)
Ich find das super. Ich hätte gern ihr Gesicht beim Öffnen des Koffers gesehen… :-D
Naja, sie ist auch fast kollabiert und hätte ihn am liebsten vom Balkon geschmissen *lach*…