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Orion - 100 % Erotik



am 16.12.2009 von Blabbermouth, bisher 0 Kommentare

Eine Frau braucht Platz. Eine Frau braucht VIEL Platz. Eine Frau braucht große Kartons, bunte Schachteln, riesige Schubladen, hübsche Kommoden, hohe Regale, kleine Boxen, teure Taschen, rollende Koffer oder sogar ein begehbares Ankleidezimmer, um all ihr Hab und Gut – welches sich evolutionär regelmäßig und unbemerkt durch Zellteilung vermehrt – auch perfekt an jedem Ort in ihrem näheren Umfeld verstauen zu können.

MEINE Frau hat sich dafür unser Auto ausgesucht.

Ich halte es für fast schon für einen (r)evolutionären Grundgedanken: wenn das Weibchen morgens noch nicht so ganz genau weiß, welche Schühchen denn nun zum Business-Anzug passen oder welcher Schal die höchst dekorative Mütze ergänzen würde, dann nimmt man eben direkt 3 Paar Schuhe und 4 verschiedene Wollknäuel mit ins Büro und entscheidet dort kurzerhand mit den Kolleginnen vor Ort. Grundsätzlich hätte ich an diesem Plan ja gar nichts auszusetzen, schließlich befreit er mich doch von ziemlich aufwendigen Beratungsstunden morgens noch vor Kaffee und Bad – jedoch hat die Sache einen kleinen Haken: SÄMTLICHE Auswahlgegenstände verbleiben bis auf weiteres und dauerhaft ungeordnet in den 4 Wänden unseres feinen Familienfahrwerks.

Man möchte meinen, die Liebste versucht tatsächlich und unbemerkt von männlichen Einflüssen die Errichtung eines fahrenden Zweitwohnsitzes (pardon – einer Höhle) zu forcieren, denn nach und nach schleppt sie wie eine kleine diebische Elster die überlebenswichtigen Grundlagen eines Haushaltes aus den verschiedenen Wohnräumen zusammen und lagert sie – natürlich ebenfalls unsortiert – in der Familienkutsche ein. NOCH erkenne ich kein Muster: die Seitenablagen angefüllt mit Briefumschlägen und diverser Post, 8 CDs, 5 verschiedene Sonnenbrillen, 2 Handcrèmes, 3 Labellos, der Fußraum beinhaltet 2 Flaschen Wasser, 1 Flasche Saft, 2 Paar Flip-Flops und Ersatz-Socken, dazu die letzten 3 Ausgaben vom Focus (ungelesen) und der “In Touch”, sowie einen Apfel und Werbeblätter der örtlichen LIDL-Niederlassungen in doppelter Ausführung.

Lassen wir uns jetzt doch einfach mal sanft in den Fahrersitz gleiten und neigen den Kopf vorsichtig in Richtung Rückbank – zumindest die grobe Richtung, denn dort vermuten wir sie in den meisten Fällen. Da haben wir sie: gepflegt unsortiert werden die Fußräume als Lagerstätte für 3 bis 4 unterschiedliche Schuhe genutzt (die jeweiligen Gegenstücke vermute ich aktuell im Kofferraum) und etwas dekorativ mit buntem Leergut angefüllt, während die Sitzflächen mit mehreren, farblich zum genannten Schuhwerk passenden Handtaschen besetzt ist und im Übrigen auch noch durch zwei, den Wetterverhältnissen anzupassenden Jacken oder Mänteln verschönert werden. Wir finden außerdem: eine leere Laptoptasche, verschiedene Leckerlies und Futter für den Hund sowie Sportkleidung für die nicht besuchten Abendkurse nach der Arbeit.

An dieser Stelle mache ich mir dann DOCH erste Gedanken darüber, ob meine bessere Hälfte vielleicht darüber nachdenkt, sich für den Fall der Fälle eine Rückzugsmöglichkeit einzurichten – da ich aber bisher noch keine weiteren Kosmetikartikel gefunden habe, bin ich für’s erste dann doch beruhigt. Ohne geht ja nicht.

Auch meine Hoffnung, wenigstens noch im Kofferraum ein wenig Ordnung und Disziplin vorzufinden wird kurze Zeit später zerstört – neben 2 Einkaufskörben, einem Adventskalender von 2008, einem Regenschirm, dem ergänzenden Schuhwerk und 2 leeren Kartons (“die brauche ich doch noch für Ebay!!“) lässt sich leider nur noch ein weiterer Stapel Altpapier ausmachen (“die lese ich ALLE noch!!“), während es meinen ganzen Körpereinsatz benötigt, selbigen Kofferraum doch irgendwie wieder zu verschließen.

Ein wenig zerknirscht fahre ich jetzt übrigens zur Tankstelle – ich muss den Reifendruck erhöhen.

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