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Orion - 100 % Erotik



am 16.12.2009 von Vizekönigin, bisher 0 Kommentare

Für viele Männer ist das Auto quasi die zweite Geliebte, direkt nach der Arbeit. Sie investieren schon im Fahranfängeralter viel Zeit und Geld um ihren fahrbaren Untersatz nach dem Maximalprinzip in das größtmögliche Phallussymbol in einem Radius von 50 KM zu verwandeln. Später sind Autos so gut wie immer Statussymbole, je nach Fall gemessen an entweder immer noch viel zu großen Auspuff-Endtöpfen oder am Logo auf der Motorhaube und dem damit verbunden Listen-Verkaufspreis.

Bei meinem Gatten ist das etwas anders. Solange das Auto für den alltäglichen Gebrauch nicht ein uraltes Käfer-Cabrio Schätzchen oder ein nagelneuer oder ebenfalls uralter Ford Mustang GT ist, ist es halt ein Auto. Bringt uns von A nach B, ist dabei – im Gegensatz zum öffentlichen Nahverkehr – von Menschenansammlungen befreit und man kann die Innentemperatur nach Lust und Laune regeln. Meistens jedenfalls. Und man kann es als fahrende Müllkippe benutzen.

Interessant ist aber, dass Monsieur sich gerne darüber aufregt, dass ich ein paar überlebensnotwendige Dinge mit uns rumfahre, er aber das ganze Auto vollmüllt. Mit perfidem System. Erst wird alles in den Fußraum hinter dem Beifahrersitz geworfen, sobald es dort zu voll wird, der zaghafte Versuch, den Fußraum hinter dem Fahrersitz unter Bergen von stinkenden BiFi-Hüllen, nicht ganz leeren Red Bull-Dosen, fettigen Big Tasty Bacon-Verpackungspapieren und leeren Zigarettenschachteln verschwinden zu lassen und wenn ich hier Einspruch erhebe (das sehe ich ja schließlich, wenn ich mich zu unserem Hund umdrehe), ist einfach mein Fußraum dran. Irgendwann, wenn ich meinen Sitz weder vor, noch zurück kriege, weil wieder irgendeine schlückchenweise angetrunkene und von außen erschreckend klebrige 0.33 Liter-Colaflasche den Weg versperrt, muss ich auch hier einschreiten. Aber wo das ganze Zeug dann hin geht, ist auch klar: in meine Handtasche.

Und es ist ja nicht so, als ob das alles wäre: Sperrmüll wird tage-, nein wochenlang durch die Gegend, aber niemals zur Müllkippe chauffiert, eine beträchtliche Jacken- und Kleiderbügelsammlung im Auto ist schuld daran, dass er in unserer Wohnung darüber meckert, nichts anzuziehen bzw. aufzuhängen zu haben. Und dann gibt es ja noch Briefumschläge. Solche, die schon seit zwei Wochen verschickt werden müssen und solche, die es vom Briefkasten gar nicht erst in die Wohnung geschafft haben, weil er – ausnahmsweise überhaupt mal – die Post beim Verlassen des Hauses aus dem Kasten geholt hat, nicht beim Betreten. Im Idealfall sind das dann die Briefumschläge, die 2-3 Wochen später mit irgendwas zwischen 3 und 15 € Mahngebühren on Top noch mal frei Haus geliefert werden. Die Zeitschriften, die ich ihm regelmäßig aus dem Büro mitbringe und deren Aktualität irgendwann vor drei Monaten verloren gegangen ist, sind seit ihrer Einlieferung in unser Auto eigentlich nur als Flüssigkeiten-Aufsauger benutzt worden.

Der Liebste ist kein Jäger, sondern ein Sammler. Zumindest in unserem Auto und was Müll betrifft. Und die Entfernung dessen kommt einem Hausputz gleich, mindestens ein gelber Sack und 3 € Pfand kommen dabei an die Oberfläche. Bis es überhaupt soweit kommt können Monate vergehen, oder ich schmeiße den Großteil beim nächsten Boxenstop einfach selber weg. So wie zu Hause, da bringe auch ICH in der Regel den Müll runter.

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