Autofahren
Eine Frau braucht Platz. Eine Frau braucht VIEL Platz. Eine Frau braucht große Kartons, bunte Schachteln, riesige Schubladen, hübsche Kommoden, hohe Regale, kleine Boxen, teure Taschen, rollende Koffer oder sogar ein begehbares Ankleidezimmer, um all ihr Hab und Gut – welches sich evolutionär regelmäßig und unbemerkt durch Zellteilung vermehrt – auch perfekt an jedem Ort in ihrem näheren Umfeld verstauen zu können.
MEINE Frau hat sich dafür unser Auto ausgesucht.
Ich halte es für fast schon für einen (r)evolutionären Grundgedanken: wenn das Weibchen morgens noch nicht so ganz genau weiß, welche Schühchen denn nun zum Business-Anzug passen oder welcher Schal die höchst dekorative Mütze ergänzen würde, dann nimmt man eben direkt 3 Paar Schuhe und 4 verschiedene Wollknäuel mit ins Büro und entscheidet dort kurzerhand mit den Kolleginnen vor Ort. Grundsätzlich hätte ich an diesem Plan ja gar nichts auszusetzen, schließlich befreit er mich doch von ziemlich aufwendigen Beratungsstunden morgens noch vor Kaffee und Bad – jedoch hat die Sache einen kleinen Haken: SÄMTLICHE Auswahlgegenstände verbleiben bis auf weiteres und dauerhaft ungeordnet in den 4 Wänden unseres feinen Familienfahrwerks.
Man möchte meinen, die Liebste versucht tatsächlich und unbemerkt von männlichen Einflüssen die Errichtung eines fahrenden Zweitwohnsitzes (pardon – einer Höhle) zu forcieren, denn nach und nach schleppt sie wie eine kleine diebische Elster die überlebenswichtigen Grundlagen eines Haushaltes aus den verschiedenen Wohnräumen zusammen und lagert sie – natürlich ebenfalls unsortiert – in der Familienkutsche ein. NOCH erkenne ich kein Muster: die Seitenablagen angefüllt mit Briefumschlägen und diverser Post, 8 CDs, 5 verschiedene Sonnenbrillen, 2 Handcrèmes, 3 Labellos, der Fußraum beinhaltet 2 Flaschen Wasser, 1 Flasche Saft, 2 Paar Flip-Flops und Ersatz-Socken, dazu die letzten 3 Ausgaben vom Focus (ungelesen) und der “In Touch”, sowie einen Apfel und Werbeblätter der örtlichen LIDL-Niederlassungen in doppelter Ausführung.
Lassen wir uns jetzt doch einfach mal sanft in den Fahrersitz gleiten und neigen den Kopf vorsichtig in Richtung Rückbank – zumindest die grobe Richtung, denn dort vermuten wir sie in den meisten Fällen. Da haben wir sie: gepflegt unsortiert werden die Fußräume als Lagerstätte für 3 bis 4 unterschiedliche Schuhe genutzt (die jeweiligen Gegenstücke vermute ich aktuell im Kofferraum) und etwas dekorativ mit buntem Leergut angefüllt, während die Sitzflächen mit mehreren, farblich zum genannten Schuhwerk passenden Handtaschen besetzt ist und im Übrigen auch noch durch zwei, den Wetterverhältnissen anzupassenden Jacken oder Mänteln verschönert werden. Wir finden außerdem: eine leere Laptoptasche, verschiedene Leckerlies und Futter für den Hund sowie Sportkleidung für die nicht besuchten Abendkurse nach der Arbeit.
An dieser Stelle mache ich mir dann DOCH erste Gedanken darüber, ob meine bessere Hälfte vielleicht darüber nachdenkt, sich für den Fall der Fälle eine Rückzugsmöglichkeit einzurichten – da ich aber bisher noch keine weiteren Kosmetikartikel gefunden habe, bin ich für’s erste dann doch beruhigt. Ohne geht ja nicht.
Auch meine Hoffnung, wenigstens noch im Kofferraum ein wenig Ordnung und Disziplin vorzufinden wird kurze Zeit später zerstört – neben 2 Einkaufskörben, einem Adventskalender von 2008, einem Regenschirm, dem ergänzenden Schuhwerk und 2 leeren Kartons (“die brauche ich doch noch für Ebay!!“) lässt sich leider nur noch ein weiterer Stapel Altpapier ausmachen (“die lese ich ALLE noch!!“), während es meinen ganzen Körpereinsatz benötigt, selbigen Kofferraum doch irgendwie wieder zu verschließen.
Ein wenig zerknirscht fahre ich jetzt übrigens zur Tankstelle – ich muss den Reifendruck erhöhen.
Für viele Männer ist das Auto quasi die zweite Geliebte, direkt nach der Arbeit. Sie investieren schon im Fahranfängeralter viel Zeit und Geld um ihren fahrbaren Untersatz nach dem Maximalprinzip in das größtmögliche Phallussymbol in einem Radius von 50 KM zu verwandeln. Später sind Autos so gut wie immer Statussymbole, je nach Fall gemessen an entweder immer noch viel zu großen Auspuff-Endtöpfen oder am Logo auf der Motorhaube und dem damit verbunden Listen-Verkaufspreis.
Bei meinem Gatten ist das etwas anders. Solange das Auto für den alltäglichen Gebrauch nicht ein uraltes Käfer-Cabrio Schätzchen oder ein nagelneuer oder ebenfalls uralter Ford Mustang GT ist, ist es halt ein Auto. Bringt uns von A nach B, ist dabei – im Gegensatz zum öffentlichen Nahverkehr – von Menschenansammlungen befreit und man kann die Innentemperatur nach Lust und Laune regeln. Meistens jedenfalls. Und man kann es als fahrende Müllkippe benutzen.
Interessant ist aber, dass Monsieur sich gerne darüber aufregt, dass ich ein paar überlebensnotwendige Dinge mit uns rumfahre, er aber das ganze Auto vollmüllt. Mit perfidem System. Erst wird alles in den Fußraum hinter dem Beifahrersitz geworfen, sobald es dort zu voll wird, der zaghafte Versuch, den Fußraum hinter dem Fahrersitz unter Bergen von stinkenden BiFi-Hüllen, nicht ganz leeren Red Bull-Dosen, fettigen Big Tasty Bacon-Verpackungspapieren und leeren Zigarettenschachteln verschwinden zu lassen und wenn ich hier Einspruch erhebe (das sehe ich ja schließlich, wenn ich mich zu unserem Hund umdrehe), ist einfach mein Fußraum dran. Irgendwann, wenn ich meinen Sitz weder vor, noch zurück kriege, weil wieder irgendeine schlückchenweise angetrunkene und von außen erschreckend klebrige 0.33 Liter-Colaflasche den Weg versperrt, muss ich auch hier einschreiten. Aber wo das ganze Zeug dann hin geht, ist auch klar: in meine Handtasche.
Und es ist ja nicht so, als ob das alles wäre: Sperrmüll wird tage-, nein wochenlang durch die Gegend, aber niemals zur Müllkippe chauffiert, eine beträchtliche Jacken- und Kleiderbügelsammlung im Auto ist schuld daran, dass er in unserer Wohnung darüber meckert, nichts anzuziehen bzw. aufzuhängen zu haben. Und dann gibt es ja noch Briefumschläge. Solche, die schon seit zwei Wochen verschickt werden müssen und solche, die es vom Briefkasten gar nicht erst in die Wohnung geschafft haben, weil er – ausnahmsweise überhaupt mal – die Post beim Verlassen des Hauses aus dem Kasten geholt hat, nicht beim Betreten. Im Idealfall sind das dann die Briefumschläge, die 2-3 Wochen später mit irgendwas zwischen 3 und 15 € Mahngebühren on Top noch mal frei Haus geliefert werden. Die Zeitschriften, die ich ihm regelmäßig aus dem Büro mitbringe und deren Aktualität irgendwann vor drei Monaten verloren gegangen ist, sind seit ihrer Einlieferung in unser Auto eigentlich nur als Flüssigkeiten-Aufsauger benutzt worden.
Der Liebste ist kein Jäger, sondern ein Sammler. Zumindest in unserem Auto und was Müll betrifft. Und die Entfernung dessen kommt einem Hausputz gleich, mindestens ein gelber Sack und 3 € Pfand kommen dabei an die Oberfläche. Bis es überhaupt soweit kommt können Monate vergehen, oder ich schmeiße den Großteil beim nächsten Boxenstop einfach selber weg. So wie zu Hause, da bringe auch ICH in der Regel den Müll runter.
Unser Dörfchen hier ist wahrlich keine Weltstadt, während die eher ländlich geprägte Gegend hier eine durchaus Bilderbuch-ähnliche Idylle vorzuweisen hat. Das Umland ist eher spärlich besiedelt und die Möglichkeiten, sich hier zu verirren oder zu verfahren halten sich in überschaubaren Grenzen.
Für einen Mann.
Bei einer Frau sieht das Ganze dann doch eher … sagen wir “komplizierter” aus. Das weibliche Navigations-System, per Geburt bereits völlig falsch gepolt und darauf ausgelegt, sich an Shops oder bunten Bildern am Straßenrand zu orientieren, erreicht die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit genau dann, wenn eben diese kleinen Hilfsmittel nicht mehr zur Hand – oder besser vor Augen sind.
Die Aufgabe der Liebsten bestand an jenem schönen Frühlingsabend darin, sich kurz die Adresse zum Restaurant im Nachbar-Ort zu notieren und den Weg dorthin einmal einzuprägen. Der Weg in jenes Nachbardorf, welches aus einem verzückenden Straßengewirr, einer Kirche und eben diesem Restaurant besteht, allesamt in etwa 5 bis 8 Auto-Minuten erreichbar. Gesagt, getan.
Wir sitzen (noch) glücklich nebeneinander, freuen uns auf unser abendliches Thai-Essen und plappern zufrieden vor uns hin, als ich zum ersten Mal die relevante Frage stelle: “Und, wo müssen wir jetzt lang fahren?”
Sie: “Ganz einfach; in den Ort rein und dann ist das direkt rechts.”
Ok. Fahren wir in den Ort rein und gucken dann einfach mal “rechts”. Rechts. Das ist da, wo die Einfamilienhäuser stehen und sich der ein oder andere Bauernhof sein Plätzchen gesucht hat. Aber definitiv kein Restaurant. Ich frage die Liebste, was denn da genau stand…
Sie: “Also… da war ne Karte und die Ortseinfahrt – und ein bisschen rechts davon das Restaurant“.
Ein bisschen rechts davon. Könnte es vielleicht sein, dass man hier und da vorher noch mal durch irgendwelche Straßen fahren sollte oder andere Abbiegungen nehmen müsste?
Sie: “Hmmm… könnte sein. Aber so groß ist das doch hier nicht? Ich hab da drauf geguckt, das war da irgendwo… so rechts halt.”
Tja, so rechts halt. Dass Madame sich die Adresse aufgeschrieben hat, hilft uns hier auch nicht weiter, denn zu dieser Tageszeit befinden sich keine Menschen mehr auf badischen Straßen, das Navi kann ich nicht einschalten, weil das GPS-Gerät leer ist und die iPhones liegen wohlbehütet zuhause. Guter Plan.
Sie: “Jetzt glaube ich doch, dass man irgendwo abbiegen musste.”
Mein Magen knurrt, ich bin müde. Ihre Majestät hat also NICHT nach dem Weg geguckt, sondern lediglich bemerkt, dass das Restaurant im jenem Dorf ist, durch das wir nun gerade fahren – ziellos, verirrt, wie Touristen.
Sie: “Wirklich, da stand der Ortsname und da waren die Straßen so, und wenn man in die Richtung nach rechts gefahren ist, dann kam irgendwann das Restaurant..”
Ich gebe auf. An diesem Punkt entscheiden wir uns dann, wieder nach Hause zu fahren, das iPhone zu holen und uns nochmal auf den Weg zu machen – SO schwierig kann es ja nicht sein…
Übrigens: “In den Ort und dann so rechts” bedeutet in Männersprache:
Nach Ortseinfahrt RECHTS einbiegen, nächste Straße LINKS einbiegen, geradaus fahren, am Ende wieder RECHTS abbiegen und nochmal LINKS abbiegen. Und genau DANN erreicht man sein Restaurant…
Die Auswahl an guten Thai-Restaurants hier draußen in der Pampa ist ziemlich spärlich, das Gute aber an der geographischen Lage ist die schnelle Erreichbarkeit, die Verfügbarkeit an Parkplätzen und zu guter Letzt die Möglichkeit, spontan und kurzentschlossen ohne wochenlange Tischreservierung dort aufzuschlagen. Am Abend des thailändischen Neujahrsfestes wollten wir unseren Pad Thai- und Massaman Curry-Gelüsten logischerweise standesgemäß in einem Thai-Restaurant nachkommen – ziemlich spontan entschieden.
Da ich ja offensichtlich nicht nur für die Bereitstellung von Nahrungsmitteln zur Aufrechterhaltung unserer Organismen, sondern auch für die diesbezügliche Logistik zuständig bin, ist die Anweisung aus der XY-Ecke meines Wohnzimmers ziemlich deutlich: “Guck mal, wo das ist. Fertig? Dann lass uns fahren!” In diesen 10 Sekunden habe ich es geschafft, die Anfahrts-Seite der Website anzuklicken und dort ein ziemlich einfaches Modell einer Karte zu finden. Da ich mich in diesem Kaff, das nur 800 Meter weiter liegt und gefühlt noch kleiner ist als der Ort, in dem wir wohnen, vermeintlich so gut auskenne, wie in meiner eigenen Wohnung, habe ich mir das Gesehene kurz angesehen und eingeprägt. Ist ja nicht schwer.
Nun gehöre ich leider auch zu der Generation, die weder Telefonnummern, noch Wegbeschreibungen auswendig lernt, ganz einfach, weil sie es nicht muss. Das machen schließlich Handys und Navigationssysteme. Vor 10, 12 Jahren noch kein Problem, kann sich die Fahrt durch die Tiefen eines vermeintlich flachen und bekannten Dorfs schon mal als durchaus schwierig gestalten. Vor allem, wenn man das Wort “Anfahrtskizze” nicht wörtlich nimmt und glaubt, dass das bisschen rotes Strich, was da zu sehen ist, eine vollständige Karte darstellen soll. Für mich lag das Restaurant also nach dem Abbiegen von der Bundesstraße schlicht und ergreifend irgendwo rechts von der Hauptstraße. Das allerdings zu erklären, wenn man einen vor Hunger schlecht gelaunten Mann neben sich auf dem Fahrersitz hat und nachdem man diesen Mann schon ziemlich zielsicher in mindestens 5 verschiedene Einfamilienhaus-Siedlungen (“Wo kommen die denn plötzlich alle her, ich dachte hier wohnt niemand??”) navigiert hat, ist.. Ich sag mal: gefährlich. Mehr als “das war jetzt hier rechts irgendwo” hab ich auf die sich gebetsmühlenartig wiederholende und immer hysterischer werdene Frage “BIST DU SICHER, DASS DAS RECHTS WAR???” eigentlich nicht mehr rausbekommen.
Der Versuch, die 500 Meter Luftlinie mittels Navi zu meistern, scheiterte an einem leeren GPS-Empfänger, unsere iPhones lagen beim Hund zu Hause und mein Vorschlag, vielleicht mal eins der drei Autos anzuhalten oder sonst wen zu fragen. Wir sind dann wieder zurück, haben ein Gerät geholt, ich habe NICHT eine Routenplanung benutzt, sondern bin auf die Seite des Restaurants gegangen und siehe da: die Skizze war eine Skizze, die zwei Straßen vor der ersten, in die man hätte abbiegen müssen, fehlten komplett. Gut, den Rest hab ich dann wohl irgendwie auch nicht mehr als Wegbeschreibung wahr genommen, aber kann ja mal passieren.
Lange Autofahrten sind nicht nur lang, sondern auch langweilig und stressig zugleich, vor allem wenn ER fährt. Kaum sitzt er im Auto, scheint es, als ob er in eine Art autoabhängiges Kommunikationskoma gefallen ist und schon spricht er nicht mehr. Und wenn doch, dann nur um über andere Autofahrer zu meckern oder nach Zigaretten zu fragen. Wenn so ein Verhalten auf ein schnell gelangweiltes und überhaupt nicht Beifahrer-geeignetes Wesen trifft, kann das für beide Seiten recht anstrengend werden.
Um nicht dauernd den Schulterblick zu wagen, wenn er wieder zu einem Überholmanöver ausholt (ohne Blinker, aber laut über die ihn nicht reinlassenden Autofahrer meckernd, natürlich), und um dann nicht auch noch dauernd einen Streit anzufangen, neigt frau dann gerne dazu, sich über Gott und die Welt Gedanken zu machen. Die Tatsache, dass er dann gerade – außer nach vorne zu schauen – sowieso nichts zu tun hat, macht es mir relativ leicht, ihm die ganzen Sachen, die mich beschäftigen, auch relativ ungefiltert mitzuteilen. Da wir nun mal viel mehr Zeit im Job als miteinander verbringen, fallen mir dann auch ein paar Sachen ein, deren gedanklicher Ursprung für ihn in diesem Moment zwar nicht ganz nachvollziehbar, für mich jedoch schon seit mindestens zwei Wochen Thema ist und mir auch während der Diskussion über Sinn und Unsinn eines neuen Autos beim zufälligen Blick auf die Schuhe einer an uns vorbeilaufenden Frau einfallen. Meistens sind wir bei solchen Gesprächen aber auf der Autobahn, dort reicht oft nur ein Fragment eines Städtenamens, welches mich komplett aus dem Konzept bringt, weil es mich an irgendwas erinnert, was ich unbedingt mit ihm besprechen wollte.
Komprimiert auf 4 Stunden Autofahrt mögen die gesammelten Werke von insgesamt 3 Wochen sicherlich nach viel Input klingen, de facto ist es aber so, dass ich während dieser Fahrt endlich die Möglichkeit habe, alles mal rauszulassen, da er in diesem Moment nicht wie zu Hause die Ohren auf Durchzug stellen und sich an seinen Rechner setzen, will sagen FLÜCHTEN kann. Zu dumm, dass so viel Gerede auch für mich dauerhaft ziemlich anstrengend wird und ich spätestens 10 Minuten vor dem Ziel in einen tiefen Schlaf falle – weil ich müde bin oder von meinem eigenen Gequatsche Kopfschmerzen gekriegt habe.
Mein Weibchen hat übrigens einen eigenen “Flug-Modus”. Ungefähr so, wie mein Handy, nur dass es sich hierbei a) nicht um ein Flugzeug, sondern um mein Auto handelt und b) nicht in den Offline-, sondern in den Online-Modus umgestellt wird.
Grundsätzlich funktioniert das Ganze so: Du setzt ihre Majestät einfach nur auf den Beifahrersitz Deines Autos, und schon fängt sie an zu sprechen. Das ist an sich nichts ungewöhnliches, allerdings setzt sich dieser Modus bis zum Ende einer Fahrt fort. Und so eine Fahrt kann ja auch mal recht lang sein, gelegentlich durchaus auch mal mehr als ein paar Stunden. Ich habe bereits versucht herauszufinden, ob sie vielleicht einfach nur per Bluetooth an regionale Radiostationen gekoppelt ist, aber das scheint nicht der Fall zu sein. Sie spricht von alleine, sie spricht viel und sie kann es erst dann stoppen, wenn man das Ziel erreicht hat.
Die Vermutung, ihre Monologe seien an die oben genannten Radiostationen gekoppelt, liegt eigentlich und auch ganz besonders deswegen sehr nahe, weil sie es tatsächlich schafft, innerhalb von Nano-Sekunden vom einen Thema auf das nächste zu switchen – sowas kann ja meiner Meinung nach lediglich daran liegen, dass sich in jenem Augenblick die Sende-Frequenzen verstellt haben. Besonders schön sind dann auch Fragen aus dem Nichts heraus, deren Zusammenhang sich mir überhaupt nicht erschließen, da ich schließlich nicht die einleitenden Gedankengänge zum Thema aus dem weiblichen Köpfchen mitlesen kann.
Die einzige rettende Situation, die Radio Female zu einer Unterbrechung des Programms zwingen kann stellt sich dann ein, wenn das offenbar selbstversorgte Ausgabegerät an mangelnder Akku-Leistung scheitert. Genau dann nämlich fällt die automatische Sprachsteuerung aus, das System fällt in Tiefschlaf und kann sich erst nach erfolgreicher Stärkung am Ziel wieder reaktivieren – aber irgendwer hat diesen Akku leider Gottes VERDAMMT leistungsstark gemacht.



