Diskussionen

13th Oct 2009, von Vizekönigin zum Thema Diskussionen
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Frauen funktionieren in den wesentlichen Dingen gleich. Sicherlich gibt es auch Frauen, die keinerlei Probleme in Sachen Schuhe, Kosmetik, Kofferpacken etc. haben, aber der größte Teil der weiblichen Bevölkerung ist genetisch so vorprogrammiert. Ein weibliches Merkmal, was immer vorhanden ist, ist die Reaktion auf Babies. Die einen bei Menschenbabies, die anderen bei Tierbabies, die meisten bei beidem. Jungtiere, vor allem junge Säugetiere, lösen bei Frauen so gut wie immer einen Reflex aus, der ein besonders schrilles und langgezogenes “AAAAAAAWWWWW” produziert. Gut, es gibt auch Frauen, die darauf nicht anspringen, die finden dann aber reptile Babies süß.

ICH wiederrum finde bis auf Insektenkinder alle Tierbabies süß. Auf meinem iPhone ist die Zooborns-App installiert und bei jedem Foto, was mir meine Kollegen schicken, lasse ich – in der Regel gemeinsam mit meiner Kollegin – die Arbeit für ungefähr zwei Minuten liegen und freue mich über mein erwärmtes Herz. Das müssen noch nicht mal Welpen sein, ein großer Hund tut es auch. Irgendwie finde ich Tiere meditativ, ich könnte ihnen stundenlang zugucken. So auch im Fernsehen.

Wenn wir samstags den ganzen Samstag-Driss hinter uns haben, der Kühlschrank voll und die Wohnung blitzblank geputzt ist, gucke ich gerne Hund, Katze Maus & Co. Da gibt es neugeborene Kätzchen, denen das Schicksal einen Schuhkarton zwischen zwei Mülleimern als Endstation vorhergesehen hat, verstoßene Affenkinder, die von irgendwelchen Menschen in 10 m2-Apartements groß gezogen werden, Elefanten, die nach 10 Jahren mit amputiertem Bein plötzlich dank Prothese wieder laufen dürfen. In der Regel ganzganz tolle, herzerweichende Schicksale von diesen putzigen Kreaturen, die irgendwie nicht so ganz in der Lage sind, auf sich selbst aufzupassen und deswegen wie das Eichhörnchen letztens einfach vom Baum auf den Frühstückstisch auf der Veranda fallen und zum Arzt müssen. Meistens geht das gut und meine Welt ist in Ordnung, oft genug aber auch nicht und dann sitze ich da.

Ich weiß nicht, warum es mich so mitnimmt, wenn ich zusehe, wie ein 17 Jahre alter Hund eingeschläfert wird. Oder nein, ich weiß nicht, was mich mehr mitnimmt: der Hund, der ein saucooles Leben gehabt hat und jetzt davor bewahrt wird, die letzten zwei Monate seines Lebens mit höllischen Schmerzen zu verbringen oder das Herrchen, das seinen besten Freund der letzten 17 Jahre höchstpersönlich töten lässt und dabei dermaßen fertig ist, dass er noch nicht mal dabei sein kann und lieber draußen bleibt und heult. Wahrscheinlich ist es ein Mix aus beidem, aber ich fang sogar an zu plärren, wenn ein junger, wilder Fuchs mit neurologischer Störung bedingt durch einen Virus seinem ohnehin drohenden Ende etwas schneller näher gebracht wird. Und ich kann. Nicht. Umschalten.

Monsieur sitzt für gewöhnlich in diesem Moment irgendwo in meiner Nähe, guckt aber nicht mit, sondern checkt seine Emails. Wenn er aber in einem kurzen Moment rüberguckt und realisiert, wie ich erst mich und dann unseren Hund tränenüberströmt selbst geißele bzw. zwangskörperkontaktiere, wird er leicht hysterisch und versucht, mich dazu zu bewegen, mir einen anderen Sender zu suchen. Jedes Mal verspricht er mir, dass das mit unserem Hund niemals passieren würde, weil unser Hund ja ewig lebt. So weit, so sensibel. Sind die Sendungen nämlich vorbei, wird sich lautstark darüber lustig gemacht, Woche für Woche. Dabei würde ich an seiner Stelle, als Dauerschniefer bei “Nur die Liebe zählt”, den Ball lieber mal ganz flach halten.

20th Aug 2009, von Blabbermouth zum Thema Diskussionen, Zoff
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Kaum hast Du es Dir an einem wunderschönen Samstagnachmittag ganz nach Deinen Vorstellungen auf der heimischen Balkonliege bequem gemacht, Dir ein eisgekühltes Erfrischungsgetränk zur Rechten und ein paar Hochglanz-Männermagazine zur Linken drappiert, da zwitschert es auch schon sehr enthusiastisch und beängstigend gutgelaunt aus dem Wohnzimmer heraus…:

Sie so: “Schaaaaaatz – bist Du gleich fertig? Können wir los??
Ich: “Wie – LOS? Wohin denn? Und wieso?”
Sie so: “Ja wir wollten doch heute zu H&M!
Ich: “Wollten wir das???”
Sie so: “Ja, HATTEN WIR DOCH GESAGT?!”

Hatten wir doch gesagt” – das ist nicht einfach nur ein Satz. “Hatten wir doch gesagt” ist plötzlich allgegenwärtig und wird in jeglicher Alltagssituation zum Feindbild jeder wohlüberlegten Argumentationsstrategie eines Mannes. “Hatten wir doch gesagt” erwischt Dich grundsätzlich und immer ganz genau dann, wenn Du als Mann zu 100% weißt, dass Du a) weder an irgendeiner Planung, b) genausowenig an irgendeiner partnerschaftlichen Besprechung und c) erst recht nicht an der konkreten Umsetzung irgendeiner Maßnahme beteiligt warst, Du jedoch unmittelbar vor der Finalisierung darüber in Kenntnis gesetzt wirst und ob dieser hervorragenden Aussage “Hatten wir doch gesagt!?” jeglichen eigenen freien Handlungswillen abgibst.

Der zweite Faktor – welcher sich durch enge Verwandschaft zur hier bereits mal erwähnten “Bemutterung” auszeichnet – liegt in der Umstrukturierung der weiblichen Denke nach dem Eingehen einer Partnerschaft, egal ob amtlich oder nicht. Interessanterweise scheinen Frauen das Wort “ICH” visuell im eigenen Köpfchen in gewissen Lebenslagen zu 100% mit dem Wort “WIR” gleichzusetzen – natürlich nur, wenn es dem eigenen Willen entspricht und daraus Profit zu schlagen ist, so dass bei Wochenendplanung, Urlaubsabsprachen oder Shopping-Events grundsätzlich schon mal Entscheidungen getroffen werden, die man OHNE die Meinung des Mannes fällen kann. Letzterer wird sowieso total viel Spaß an der ganzen Sache haben, sodass wir der besten Freundin NATÜRLICH den H&M-Termin zusagen und “WIR dann auf jeden Fall pünktlich in der Stadt sind”.

Beispiel A: die Freizeit-Falle
Sie so: “Schatz?
Ich: “Hm?”
Sie so: “Ich hab da mal angefragt, wegen der Reitstunden fürs Westernreiten
Ich: “Bitte WAS?”
Sie so: “Ja, das hatten wir doch gesagt, dass wir da mal hinwollen???
(Fakt: Wir hatten es im Vorbeifahren erwähnt. Im Sinne von: Guck mal, das ist bestimmt auch lustig!)

Beispiel B: die Shopping-Falle I

Sie so: “Schaaaaaatz?
Ich: “Hm?”
Sie so: “Ich hab mir 4 neuen Jeans bestellt…
Ich: “Wie bitte?? Du hast doch 23 Jeanshosen in Deinem Schrank???”
Sie so: “Ja, das hatten wir doch gesagt, dass ich die kaufen kann wenn ich die anderen bei Ebay einstelle?
(Fakt: Beim letzten Shopping wies ich darauf hin, dass wir ja wohl erstmal Platz schaffen müssten)

Beispiel C: Die Shopping-Falle II
Sie so: “Schatz?!”
Ich: “Hm?”
Sie so: “Ich würd dann diesen Schreibtisch bestellen, ja?”
Ich: “Einen neuen Schreibtisch? Wozu denn das???”
Sie so: “Ja, das hatten wir doch gesagt, dass Du einen neuen brauchst!!”
(Fakt: Ich zeige im Internet mit dem Finger auf einen Schreibtisch und sage: “Der ist hübsch!”)

Beispiel D: Die Wochenend-Falle
Sie so: “Schatz?
Ich: “Wasn?”
Sie so: “Wann wollen wir denn los zu der Party?
Ich: “Was für ne Party??”
Sie so: “Na diese Elektro Party auf dem Flughafen!!!!
Ich: “Ich habe noch NIE irgendwas von dieser Party gehört?!”
Sie so: “Aber das hatten wir doch gesagt, dass wir da hinfahren!!!!
(Fakt: beim Vorbeifahren am Werbeschild an der Ampel sage ich dummerweise: “Mal gucken, vielleicht”)

Fazit: Obacht!!! Während Deine Frau also nicht mehr in der Lage ist, die 2 vor lauter Liebe verschmolzenen Seelen voneinander zu trennen, ist sie dafür umso mehr für unklug durchdachte oder unüberlegte Äußerungen Deinerseits empfänglich. Dummerweise ergibt beides zusammen am Ende den Satz “Hatten wir doch gesagt!!” – der Dir relativ schnell relativ viele Probleme verschaffen kann, so dass für uns Männer auf jeden Fall feststehen muss: “NEIN, hatten wir NICHT gesagt!!!!

20th Aug 2009, von Vizekönigin zum Thema Diskussionen
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Ich: “Ich würde auch gerne Salsa tanzen können..”
Er: “Dann müssen wir einen Tanzkurs besuchen.”
Ich: “Okay, ich guck mal, was ich finden kann!”
Er: “Jaja, mach das!”

Klingt jetzt nicht wirklich missverständlich und dass die Frau als Recherche- und Organisationsprofi sich dann anschickt, derartige Pläne in die Tat umzusetzen, ist nach einem solchen Dialog jetzt auch nicht soo abwegig. Anscheinend aber doch. Der Dialog kurz vor Ausübung des neuen Eventuell-Hobbys klingt dann nämlich in etwa so:

Ich: “Ich hab ne Tanzschule gefunden und eine Mail hingeschickt, die haben auch schon geantwortet und meinen wir sollen einfach am Donnerstag mal vorbei kommen.”
Er: “Was für eine Tanzschule denn jetzt schon wieder, wir tanzen doch Sonntags!?”
Ich: “Salsa? Du erinnerst dich? Hatten wir ja drüber gesprochen..”
Er: “Kann ich mich nicht mehr dran erinnern..”
Ich: “Doch, wir hatten gesagt, dass ich nach einer gucke.”

Spätestens beim letzten Satz seinerseits weiß ich, dass er beim ersten Mal KEIN STÜCK zugehört und dafür vollkommen automatisiert vor sich hingeplappert hat. Dass eine finale, alles entscheidende Antwort lediglich aus reinem “Du hast Recht und ich meine Ruhe”-Selbstschutz kam, jedoch nicht aus streitprophylaktischen Gründen, sondern aus Faulheit.

Männer behaupten ja gerne oft und ausdauernd, dass sie alles, was sie sagen, auch genauso meinen und dass die gespaltende Persönlichkeit einer Frau gar nicht in der Lage ist, es ihnen gleich zu tun. Besonders niederträchtige Modelle gehen sogar so weit und glauben, dass eine Frau, die “Nein” sagt, eigentlich “Ja” meint. Interessanterweise ist diese Art der Kommunikation aber die Königsdisziplin, die Männer im Umgang mit Frauen pflegen. Vor allem dann, wenn sie eigentlich keine Lust auf eine entsprechende Konversation haben. Vollkommen egal, wonach man fragt: erwischt man den falschen Zeitpunkt, kommt eigentlich immer ein “Ja”. Die Party am Wochenende? Ja. Das Hotel am anderen Ende des ausgesuchten Ferienorts? Ja. Shoppingtrip in die nächste Großstadt am Wochenende? Ja.

Und natürlich nehmen wir ein solches Ja auch gerne hin, auch ein kaum hörbares in den Bart genuscheltes Ja auf die Frage nach einem baldmöglichst zu vollziehenden Handtaschenkauf reicht vollkommen aus, um mit größtem Glück im materiell vernebelten Hirn sämtliche Kollektionen aller verfügbarer Designer im Internet aufzuspüren und eine Vorab-Auswahl zusammen zu stellen. Das scheinen sie nur leider immer zu vergessen, wenn sie es aus taktischen Gründen gesagt haben. In manchen Situationen macht frau sich diese Eigenschaft natürlich auch zu einem Vorteil, würden die Herren nicht anders tun – wenn sie könnten. Vor allem, wenn frau weiß, dass sie auf die angebliche, weibliche Vergesslichkeit bauen und hoffen, dass wir in ein paar Tagen einfach nicht mehr dran denken. So läuft das auch bei uns.

Das Problem ist nur, dass ER es bis dahin vergisst, ich nicht – habe ja gerade die Absolution erteilt bekommen. Wieso sollte ich das nicht ernst nehmen? Wenn ein klares NEIN zu den ausgesuchten Schuhen kommt, ist das ja auch gesetzt, also spricht im Prinzip nichts dafür, ein Ja für ein Nein zu halten – auch wenn es zwischen zwei Happen Currywurst während der Lieblings-Fernsehserie oder kurz vor der Erledigung eines Jobs bei einem Computerspiel kommt. Es ist ja im Prinzip ganz einfach: wer sich in einem Dialog konzentriert, kann auch die Stolperfallen wahr nehmen, die einem mal mehr, mal weniger absichtlich gestellt werden und sieht sich hinterher nicht mit etwas konfrontiert, was er eigentlich selbst höchst fahrlässig verschuldet hat.

Bei besonders zerstreuten Exemplaren kann man es sogar soweit ausreizen und einfach sagen, dass man das ja so vereinbart hätte obwohl man nie darüber gesprochen hat, aber das ist dann die Königsdisziplin der Frauen, die selbst ich noch nicht ganz fehlerfrei beherrsche mich noch nicht einzusetzen traue.

19th Aug 2009, von Vizekönigin zum Thema Diskussionen, Kosmetik
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…lass dein Haar herunter. Bis zur eigenen Hochzeit geht das allerdings nicht, da man ausreichend Material für eine Hochsteckfrisur züchten muss. NACH der Hochzeit geht es allerdings vielen Frauen gleich: Veränderung bitte, jetzt. Neues Leben, neue Frisur.

Der Weg zu dieser Frisur kann jedoch durchaus steinig sein. Man muss seinem Mann ja erstmal verkaufen, dass man gerade bereit ist, sich ohne mit der Wimper zu zucken von gut 3/4 seiner Wirbelsäulenmitte-langen Mähne trennen zu wollen, was in gut 99% aller Fälle mit einem “Dann lass ich mich von dir scheiden!” quittiert wird. Mit genügend zu Email gebrachten Selbstzweifeln, die man im Halbstundentakt verschickt und gezielt ausgewählten Fotos von unglaublich hübschen und erfolgreichen Hollywood-A-Liga-Promis im Anhang kann man diese Haltung jedoch recht schnell mürbe machen. Monsieur, der Verzweiflung nahe, durfte am Ende sogar mit zum Friseur, aufpassen, dass ich nicht “am Ende mit Glatze” da raus komme.

Der Besuch beim örtlichen Starfigaro, der sich speziell in meinem Fall bisher allerdings nur durch kunstvolle Hochsteckfrisuren beweisen konnte, endete leider Gottes in einem Desaster. In genau dem Moment, als er, nachdem er eine Stunde lang für 60 Euro im Rahmen seines “Treatments” gewaschen, geschnitten, gefönt, gestylt und gequasselt hat, vom Spiegel weg trat und ich den freien Blick auf mein entwürdigendes Spiegelbild bekam. Der Liebste war in diesem Moment auch noch draußen, mit einem Freund telefonieren und ließ mich mit meinem Elend also komplett allein. Da zählt auch nicht das vorangegangene, tapfere und wohlwollende Rübernicken, was ich jedoch von Minute zu Minute während des Prozesses dank des entgeisterten Blickes immer weniger ernst nehmen konnte.

Der Weg zum Auto und nach Hause war von betretener Stille und gelegentlichem “Neinnein, das sieht gut aus, siehst irgendwie.. jünger aus!” begleitet, ständig umhüllt von einer panischen Angst, dass meine Trauer ob meiner vollkommen sinnlos abgeschnittenen Haare früher oder später in apokalyptische Wut umschlagen könnte. Das ist dann spätestens nach dem erneuten Waschen und Stylen meinerseits auch passiert, ich sah anschließend NATURLICH noch viel katastrophaler aus als vorher. Hilflos und panisch wie er war, warf er mich tickende Zeitbombe ins Auto und fuhr mich ohne Rücksicht auf fußgängerische Verluste zu seinem Supermarktfriseur, der allerdings schon geschlossen hatte, was meine Laune nur bedingt verbesserte.

Den Rest des Abends verbrachte ich dann größtenteils im Bad, mit angewidertem Gesicht vor dem Spiegel stehend und bemüht, irgendeine Form in diesen Wischmop auf meinem Kopf zu bringen. Der andere Teil des Abends wurde abwechselnd mit verzweifeltem Seufzen und stoßweise ausgeschütteten Flüchen auf die gesamte Familie des Starfriseurs verbracht. In der Nacht konnte ich ungefähr so gut schlafen, als wenn ich mir die Filme Saw 1, 2 und 3 alleine in einer eiskalten Novembernacht mit kaputter Heizung und durchgebrannter Glühbirne angesehen hätte. In einer Hütte im Wald. Und irgendwie war mir, als ob sein gönnerhaftes Trösterdasein im Laufe dieser Nacht irgendwie in Richtung süffisantes Besserwisserdasein mit einer langsam, aber stetig größer werdenden Genervtheit einher ging, aber das könnte auch an der Taktfrequenz gelegen haben, mit der ich mich dauernd im Bett umgedreht und ihn damit von einem durchgehenden Schlaf abgehalten habe.

Um 6 Uhr morgens plärrte mich mein innerer Wecker wach, nachfedernd habe ich den Liebsten aus dem Bett applaudiert und wir warteten mehr oder weniger geduldig, bis wir endlich losfahren und meinen Kopf retten konnten. Das hat dann zu meiner großen Verwunderung die Frau mit der merkwürdigen pechschwarzen Vokuhila-Frisur und den extralangen, extradicken, extraviereckigen und extramitstrassbeklebten Fingernägeln geschafft. Für 11 Euro. Und das “Du siehst toll aus” vom Monsieur kam endlich mal so rüber, dass ich es glauben konnte.

19th Aug 2009, von Blabbermouth zum Thema Diskussionen, Kosmetik
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Sie so: “Duuuu, Schaaaatz?”
Ich: “Hm?”
Sie so: “Ich fühl mich so unwohl so.”
Ich: “Wie – unwohl? Im Bezug auf was?”
Sie so: “Auf mich. Ich will mal was anderes.”
Ich: “Wie – was anderes?”
Sie so: “Ach ich weiß auch nicht…”
Ich: “Du mußt doch wissen, was mit Dir los ist??”
Sie so: “Ja, ich fühl mich halt unwohl. Ich glaube, ich will eine neue Frisur!

OHA – denkste Dir da als Mann: Neben den dramatischen Wünschen einer Frau, sich doch einfach mal außer der Reihe runderneuern zu lassen steht eigentlich nur noch die Renovierung des Eigenheims inklusive mehrtägigem IKEA-Besuch ganz oben auf der Liste der größten Gefahrensituationen im Beziehungsalltag. Kaum etwas wäre schwieriger rückgängig zu machen als ein grober Fehler von Edward mit den Scherenhänden und nirgends können Tränen in ähnlichem Ausmaß fließen, wie bei einem Friseur-Supergau mit unbekanntem Ausmaß…

Ich: “Eine neue Frisur? Bisschen Spitzen schneiden und Pony ordentlich?”
Sie so: “Nein. ICH WILL SIE GANZ ABSCHNEIDEN.”

Ich gehe davon aus, dass selbst der Fliegeralarm über Berlin Ende 1944 nicht annährend so laut war, wie die Alarmanlage in meinem Kopf, welche mich dringend und ohne Umschweife dazu auffordert, weit wegzulaufen und mich irgendwo in den Alpen in einer kleinen Berghöhle zusammenzukauern und dort zu verharren. Man(n) muss sich das ja jetzt grob so vorstellen: Das Weibchen geht zum Friseur, lässt sich etwa 35 bis 40 cm ihrer Haarpracht abschneiden, bricht noch vor Ort im Friseursessel zunächst in Tränen aus, dann in sich zusammen, kriecht schreiend und kreischend über den Salon-Fußboden um mit zitternden Händen abgeschnittenes Haargut zusammenzuraufen und sich verzweifelnd und heulend mit irgendwelchen Utensilien am Kopf festzustecken, bis es (das Weibchen) realisiert, dass alles verloren ist und – freundlich gesagt – eine Marktkauftüte mit 2 Löchern auf dem Kopf für die nächsten 12 Monate das neue Styling ersetzen muss. Oder wird.

Das ist jedenfalls ungefähr das, was Dir als Mann in genau diesem Moment sehr sehr viel Angst macht.

Fakt ist: es gibt keinen Ausweg – das Weibchen hat längst entschieden und Du hast gar keine andere Wahl. Dein Job ist es nun, unter 273 verschiedenen Frisuren, die man Dir innerhalb von einer halben Minute bereits vorlegt, rauszufinden, welche der Liebsten denn wohl am ehesten stehen mag, obwohl Du genau weißt, dass es am Ende sowieso nur drauf ankommt, was die besten Freundinnen dazu sagen werden. Punkt. Als nächstes darfst Du großzügigerweise wenigstens dabei sein, wenn der teuerste Friseur am Platze dazu ansetzt, Deiner Frau etwa 25cm ihrer wunderschönen, langen Haare vom Köpfchen zu schneiden und zeigst regelmäßig “Daumen hoch!!” in Richtung des Spiegels, aus dem Dich zwei große, runde Kulleraugen nach Bestätigung flehend angaffen. Dieses “Daumen hoch!!” wird allerdings nur in Deinem Kopf von einem fast unhörbaren “Ach Du Scheiße…” begleitet, weil Du relativ genau weißt, wie sich der Rest des Tages gestalten wird: dramatisch.

Eine grobe halbe Stunde nach dem Besuch beim Promi-Friseur sitzt Ihr schweigend nebeneinander im Auto, Du trittst das Gaspedal bis zum Anschlag durch und nimmst auch auf 78jährige Gehbehinderte am Zebrastreifen keine Rücksicht, weil jetzt DEIN Friseur dazu auserkoren wurde das zu retten, was sich irgendwie noch retten lässt und gleich die banale Aufgabe bekommen soll, aus dem Beatles-Mireille-Matthieu-Haarschnitt der Frau eine kleine, elegante Heidi Klum zu formen – in seiner Haut möchte ich dann also mal so gar nicht stecken.

Das Drama entwickelt sich nur minimal weiter, als Ihr beim Lebensretter vor bereits verschlossenen Türen steht und Dir schlagartig bewusst wird: jetzt musst DU den Rest des Abends bis zum nächsten Morgen wirklich alles gebündelt auffangen, was Dir an Tränen, Wutausbrüchen, Depressionen und Panikattacken ungefiltert entgegenschlägt, musst Deiner Liebsten eine wunderbare Welt aus Notlügen, Ausflüchten und Beruhigungen aufbauen, damit wenigstens wenige Stunden Schlaf möglich sind: soooo schlimm sei es doch gar nicht, irgendwie habe die neue Frisur ja auch was (man wisse nur nicht genau, was), es sei doch schließlich auch mal was anderes und nicht immer das sonst gleiche, in den frühen 70er Jahren war sowas auch schonmal total “hip” und wenn man von schräg unten links gucken würde, dann würde man bei starkem Gegenlicht auch nicht ganz so irritiert sein, wie bei normaler Draufsicht.

DAS, liebe Leute, ist aber erst der Anfang, denn so eine Nacht kann dann durchaus seeeeehr lang werden, insbesondere wenn neben Dir ein Häufchen Elend Stunde um Stunde immer mal wieder von einer Seite auf die andere rutscht und genauso regelmäßig den ein oder anderen leisen, herzzerreißenden Seufzer in die höchst depressive Stimmung der dunklen Nacht fallen lässt. Jede Viertelstunde in dieser Nacht wirst Du geweckt, um Rat gefragt, noch mal zurückwachgeschüttelt und angenölt, wirst in die Seite geboxt und am Ende, so etwa gegen 05:30 Uhr am Morgen hektisch und fast panisch aus dem Bett gestoßen, weil man sich ja dringend noch vor der Arbeit zum finalen Friseurbesuch begeben muss, damit die Welt sich endlich wieder so dreht, wie sie es denn soll.

An dieser Stelle möchte ich noch mal anmerken: DU warst in dieser ganzen Geschichte nur Statist, Berater, Chauffeur und Tröster, hast mit offenem Mund und aufgerissenen Augen knapp 2 Tage lang völlig perplex neben diesem Häufchen Drama gesessen und wie paralysiert einfach diesem wundersamen Schauspiel beigewohnt, bis Dich endlich eine 18jährige Friseurinnen-Azubine für ein kleines Taschengeld aus diesem Endzeitdrama befreit hat – übrigens mit einem Ergebnis, von dem sich der überteuerte Promi-Friseur durchaus noch eine Scheibe von abschneiden könnte.

So oder ähnlich hat es stattgefunden, im Jahre des Herrn zweitausendneun – und führte schließlich zu einem Happy-End Dank des Männerfriseurs meines Vertrauens. Danke, lieber Gott.

14th Jul 2009, von Blabbermouth zum Thema Diskussionen
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Scheiße, Mann. Es gibt Tage, da verlierst Du. Nicht, dass es jetzt SO dramatisch wäre, wenigstens EINMAL auf das Geplapper an Deiner Seite zu hören, aber schließlich und letztlich bist DU der Mann in der Beziehung, der Beschützer, der Entscheider und ganz besonders: der Alleskönner. Du weißt eben wo’s langgeht, hast die letzten knapp 30 Jahre damit verbracht, extrem wertvolle Erfahrungen für’s Leben zu sammeln und kannst darauf bauen, dass Deine unerreichte Intelligenz gepaart mit schier endloser Körperkraft in so ziemlich jeder Lebenslage die richtige Entscheidung trifft. Punkt.

Wenn Madame meint, dies oder jenes sei zu schwierig, jenes oder dieses sei zu anstrengend oder die eine oder andere Lösung sei doch viel zu kompliziert, dann appelliert ganz genau DIESE Aussage in Deinem tiefsten Inneren an Deine Männlichkeit, an Deinen Stolz und an Deinen Glauben an Dich selbst. Wir Männer können Berge versetzen, können auf dem Wasser gehen und wenn es sein muss auch so lange die Luft anhalten, bis die Frau endlich nachgibt und Dir doch schnell Deine Leibspeise kocht – und um es auf den Punkt zu bringen: WIR KÖNNEN ALLES.

Diese kleinen, fast niedlichen Geschöpfe an Deiner Seite sind ja schon von Natur aus eher zögerliche Wesen. Immer vorsichtig, zart, zurückhaltend und sowieso viel zu mistrauisch, trauen sich nicht auf Bäume zu klettern, Fische zu fangen oder gar ein Tier zu erlegen, würden nie die Glühbirne auswechseln OHNE vorher die Sicherung auszuschalten oder einfach mal aus Spaß einen Finger die Steckdose stecken. Frauen sind Hosenschisser. Aus die Maus, Nikolaus.

Vorspann:
Sie so: “Schatz, da vorne kannst Du nicht mit den Inlinern langfahren – da ist ne Baustelle!”
Ich so: “Ach Maus – NATÜRLICH können wir da lang fahren!!!!!” (Das Wort “Feigling” denke ich nur leise.)

Hauptteil:
“Oha!!!” – denke ich mir in dem Moment, in dem ich lang ausgestreckt in ca. 1,50m Höhe im Steilflug die Straße von oben betrachte, die sinnlichen kleinen Kieselsteine unter mir vorbeiziehen sehe, während der grobe Sand geradezu harmonisch unter meinem Körper terracottafarbene Gemälde an jene Stellen zeichnet, an der EIGENTLICH eine Asphaltdecke sein sollte. Kurz überlege ich, einen Arm anzuwinkeln um zumindest für die Zuschauer wie Superman auszusehen, doch die angepeilte Flugbahn erlaubt mir hier keine wirklichen Kunststückchen. Auch mein verzweifelter Aufschrei: “GOGO-GADGETTO-BEINEEEEE !!!!” kommt irgendwie reichlich zu spät. Mist.

Noch im Vorbeiflug sehe ich vor dem inneren Auge, wie Madame in wenigen Minuten neben mir stehen wird und mir ein besserwisserisches “Siiiiiiehste, ICH hab’s Dir doch gesagt!!!” um die wahrscheinlich halb abgerissenen, blutenden Ohren schmettern wird, die Arme in die Hüften gestützt und dabei die Augenbrauen wie meine Mutter nach oben gezogen auf mir rumhackt. So sind sie nämlich, die Frauen.

Nachspann:
Da liege ich. Blut tropft aus meiner Hand, mein Unterarm ist mit höchster Wahrscheinlichkeit 27 Mal gebrochen – Trümmerbruch. Unheilbar. (Zumindest fühlt es sich grob beschrieben ungefähr so an, und ich versuche EXTREM männlich und dem Tode nahe zu leiden, während ich mich mit schmerzverzerrtem Gesicht auf dem Boden winde und nach Luft jappse). Eins ist klar: wenn ich JETZT noch den üblen Vorwürfen entgehen will und mir das mütterliche Gezeter ersparen möchte, dann geht das garantiert nur über die Mitleidstour. Der quasi vom Bösen besiegte Held, der gefallene Ritter, der geschlagene Edelmann – denn nur endlose Männlichkeit kann SO VIEL Schmerz ertragen…

Denkste. DEN Spaß lässt sich das kleine Monster an meiner Seite dann doch nicht entgehen. Und eins ist klar: auch in Zukunft habe weiterhin ICH Recht: nur Ausnahmen bestätigen die Regel!!