Kosmetik

21st Jul 2009, von Blabbermouth zum Thema Kosmetik, Shoppen
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“So, jetzt muss ich nur noch zum dm !”

Samstägliche Einkäufe mit der Frau sind ja grundsätzlich schonmal nicht unbedingt die stressfreisten – wie ein Wahnsinniger chauffiert man das kleine Nervenbündel zu seiner Seite durch die Hektik der gesamten autofahrenden Weltbevölkerung von einem Ende der Stadt zum anderen, befüllt nach und nach den ursprünglich recht großen Kofferraum mit zahllosen Einkaufstüten und Kartons und wundert sich gleichzeitig, wohin all diese soeben erworbenen Dinge bis zum nächsten Wochenende eigentlich verschwinden.

Irgendwann erreichst Du als Mann dann diesen Punkt, an dem Du einfach stur Deinen Kopf ausschaltest und wie ein Roboter funktionierst – Parken, Einkaufswagen holen, hinterherschieben, bezahlen, Auto befüllen, weiterfahren, wieder von vorne. Stundenlang. Dieser Spannungsbogen setzt sich solange kontinuierlich fort, bis er seinen eigenen, dramatischen Climax erreicht: den

Besuch im örtlichen Drogeriemarkt

Es ist grundsätzlich schon mal absolut egal, wie groß oder klein dieser Drogeriemarkt ist: ein Weibchen kann sich in dieser Legebatterie der Kosmetikhersteller STUN-DEN-LANG aufhalten und schafft es spätestens hier, Dich an die völligen Grenzen Deiner männlichen Widerstandskräfte zu bringen.

Phase 1. Im Augenblick des Betretens der Geschäftsräume vergißt das Weibchen SOFORT die ursprüngliche Einkaufsliste, den eigenen Begleiter und sogar ihren Namen, reißt hektisch ein bis zwei Einkaufskörbe aus dem Stapel und stolpert zielgerichtet in Richtung der bunt befüllten Regale, aus denen ihr viele kleine Stimmen zubrüllen: “Kauf mich! Schnüffel an mir! Probier mich aus! Hab mich lieb!!!” – das Männchen trottet derweil lediglich brav hinterher, wundert sich über eklige bunte Fruchtriegel aus Pappe in den Regalen, muss dabei ad hoc ein bisschen würgen und verliert Madame so auch umgehend aus den Augen.

Phase 2. Es ist fast ein bisschen verwunderlich, aber eine Frau kann sich doch offensichtlich relativ lange daran aufhalten, an dutzenden verschiedener Waschmittel und Weichspüler zu schnüffeln. “Vanille”-, “Erdbeer”- und “Sommerfrische”-Duft werden Dir abwechselnd mit “Ruhezauber”, “Weiche Sinne” und “Rosentraum” unter die Nase gedrückt, so dass es die nun entstehenden Schwindelgefühle in Deinem Hirn viel erträglicher machen, gute 15 Minuten darüber zu diskutieren, ob 3-lagiges, gelbes Toilettenpapier von Charming denn nicht besser sei, als das 4-lagige in weiß, welches farblich doch VIEL besser zu den Gästehandtüchern und dem Badvorleger passt. Solche Fragen wolltest Du schon immer mal beantwortet wissen, das ist klar.

Phase 3. Während Du gerade soweit bist, langsam wieder klare Gedanken fassen zu können, weil die letzten Reste der Buntwaschmitteldämpfe Dein Kleinhirn verlassen, werden Deine olfaktorischen Fähigkeiten allerdings DIREKT wieder brutal vergewaltigt: nacheinander werden Dir zunächst 25 Flaschen Dusch- und Haarshampoo unter die Nase gehalten, wobei Dir ein zartes Drücken auf dieselben eine nicht unwesentliche Menge Parfümstoffe so extrem in den Kopf schießen lässt, dass Du sowieso nichts anderes sagen kannst als “Joooooah – riecht gut!”, während das Weibchen in ihrem Eifer schon längst dazu übergegangen ist, sämtliche nebenan stehende Deo-Sprays zunächst in die jeweiligen Verschlusskappen zu testen und Dir diese WIEDER sofort ins mittlerweile recht blasse Gesicht zu halten.

An dieser Stelle ist Dir bereits zum zweiten Mal übel – die Mischung schier endloser Duftstoffe hat Deinen Körper inzwischen zu 100% durchflutet, endlich auch Deinen Magen erreicht und sorgt nun dafür, dass die einsetzenden Schwindelgefühle auch Deinen Brechreiz an seine Grenzen bringen.

Phase 4. Deine Frage, ob es denn nun wirklich nötig sei, sich wirklich ALLES in diesem Markt detailliert ansehen zu müssen wird lediglich mit einem “JA – ALLES!” kommentiert. Zwar nutzt Du die Chance, um bei einem “WIRKLICH alles??” kurz auch den Blick auf den Po der 20jährigen Aushilfskraft schweifen zu lassen, doch selbiges wird Dir mit einem satten Ellenbogen-Hieb zwischen die Rippen quittiert, nicht ohne Dich zeitgleich in Richtung des universellen Grauens zu ziehen: die KOSMETIK-REGALE.

Phase 5. Die Kosmetik-Regale sind quasi die CIA-Wasserfolter der Drogeriemärkte. Völlig geschockt registrierst Du nur, wie auf einer Breite von gut 10 Metern vor den Regalen Hüfte an Hüfte Frauen SÄMTLICHER Altersklassen in winzig-winzig kleine Spiegelchen gaffen, während sie hunderte und aberhunderte kleiner Stifte und Eye-Liner in Millionen von Farbnuancen nahezu meditierend zunächst 2 cm aus dem Regal ziehen, um sie dann wieder zurückschieben. Man(n) ist fassungslos. Grob geschätzt jeder zehnte dieser Stiftchen wird aus dem Fach gezogen und darf auf den Handrücken der Damen ausprobiert werden, bis sich nach gut 30 Minuten Kunstwerke auf ihren Händen gebildet haben, die in dieser Form wahrscheinlich unerreicht bleiben dürften.

Phase 6. Während der kleine Tobias eine Pyramide aus 263 “Always Ultra” Binden zum Einsturz bringt und die geschätzt 12 Jahre alte Maria ihren Papa fragt, ob ihr das Make-Up von Nivea denn wohl besser stehe als jenes von Maybelline, schaffst Du es tatsächlich, die EINZIGE vorhandene Sitzgelegenheit des Drogeriemarktes zu besetzen, so dass zumindest der jetzt folgende Entscheidungsmarathon ein wenig leichter ausfällt. Während Dir 5 Lippenstifte unter die Nase gehalten werden, die für Dich ausnahmslos alle SO gleich aussehen, dass Du einfach auf einen tippst und “Der!” sagst, registriest Du bloß, dass sich der Warenkob Deiner Liebsten nach und nach immer weiter füllt – ein hilfesuchender Blick in die Richtung anderer gepeinigter Männer wird nur mit einem genauso hilfesuchenden Achselzucken quittiert.

Phase 7. Das Böse erreicht Dich zum Schluss. Irgendein findiger Kosmetik-Vertriebler hat sich nämlich ausgedacht, sämtliche Produkte seiner kleinen, grässlichen Welt für die Damen zusätzlich noch in Miniatur-Größe auf den Markt zu werfen, so dass auf dem Weg zur erlösenden Kasse direkt noch ein Zwischenstopp eingelegt werden darf. Was im Supermarkt die Süßwaren am Ausgang, ist das Miniaturausgaben-Regal für die Frau im dm-Markt – schließlich müssen Handtaschen in der Größe einer IKEA-Tüte ja auch mit irgendwas befüllt werden, das leuchtet mir ein. Während ich mit allen Kräften nach Argumenten suche, warum ich KEIN Haarschampoo “in klein” für meinen Kultur-Beutel zuhause brauche und auch die Mini-Handcrème für das Handschuhfach dankend ablehne,  sehe ich zum ersten Mal nach gefühlten Wochen wieder ein Licht am Ende des Tunnels: die Kasse.

Phase 8. Jaja, die Kasse. Drogeriemarkt-Kassen sind ja grundsätzlich mit jenen Menschen besetzt, die aufgrund ihres Arbeitstempos eher Ausnahmen darstellen – eine ALDI-Kassiererin würde für ein solches Tempo wahrscheinlich bereits nach 2 Stunden entlassen werden. Während Du als Mann damit beschäftigt bist, grob 14 winzige Umsonst-dm-Tütchen mit maximal 3 Teilen zu bepacken und Dir langsam klar wird, dass Du dieses Unternehmen mal wieder mit einem halben Monatsgehalt für verarbeitete Tierprodukte subventioniert hast, steht das Weibchen glücklich und mit der Kreditkarte winkend vor dem Bezahlgerät und wirkt fast, als habe sie mal wieder einen ihrer größten Träume verwirklicht.

Phase 9. Zuhause angekommen fällst Du geradeaus auf das Sofa und schläfst ein.

21st Jul 2009, von Vizekönigin zum Thema Kosmetik, Shoppen
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Es gibt Konsum-Institutionen, zu denen frau das gemeine Männchen einfach nicht mitnehmen sollte. Dazu gehören neben Schuhläden mit mehr als 30 m2 Verkaufsfläche in erster Linie Parfümerien und Drogeriemärkte. Bei Parfümerien ist es allerdings oberstes Gebot, den Mann nicht mit rein zu nehmen, weil man hier für gewöhnlich laaaange und ausführlich beraten wird. Außerdem ist es nicht besonders clever, ihn beim Bezahlen eines 100 €-Bons, auf dem nur eine Augencreme und ein Lippenstift drauf stehen, zuschauen zu lassen. Deswegen gehen wir in der Regel alleine zu Douglas.

Ein dm ist allerdings etwas anders und geradezu prädistiniert, im Doppel aufgesucht zu werden. Natürlich ist es auch hier besser, das zu vermeiden, da die Aufenthaltsdauer in einem dm auch ohne Kaufabsicht locker bei 30 Minuten liegen kann – deswegen rennen wir ja so gerne in der Mittagspause hin. Meistens fällt einem aber beim samstäglichen Einkauf ein, dass man dies und das noch braucht und das Einkaufsfeeling im dm ist selbst in Bezug auf Waschmittel einfach ein anderes als im Supermarkt. Die Sache ist nur die: während das Weibchen ziemlich schnell nach dem Betreten des Ladens den klassisch-femininen Stereotypen an den Tag legt, ist das Männchen eigentlich schon vor dem Durchschreiten der Tür zu Tode genervt. Das hemmt ein wenig, ich würde sogar sagen, es verdirbt mir den Spaß an der Shopping-Tour.

Vollkommen egal, ob ich Klopapier kaufe, Zahnpasta, Haarshampoo oder SEIN Haarzeugs, seine Aufgabe besteht ausschließlich darin, so schnell wie möglich aus der drogistischen Hölle herauszukommen. Nach Möglichkeit lebend und ohne nennenswerte Schäden an der Nasenschleimhaut, die ihm das angebotene Männerduschgel zu bereiten scheint. Monsieur rollt mit den Augen, wenn ich ihm ein buntes Obst-Spülmittel unter die Nase halte, kommt dann aber mit der Nase trotzdem nah genug ran, dass ein minimales “Squeeze” ausreicht, um ihm zumindest einen halben Zentimeter Inhalt in eben diese hineinzudrücken. Zur Strafe, weil er gerade, während ich überlegte, mit welchem Raumduft ich ihn für die nächsten 5 Wochen betöre, der 20jährigen Azubine auf den Hintern geguckt hat.

Wenn dieser Punkt erreicht ist, haben wir schon eine beachtliche Odyssee hinter uns: “Was, DA willst du dich gleich anstellen?” “Moah Baby, ist doch egal wieviele Lagen das Klopapier hat!!” “Gibts hier auch ne Spielkonsole, damit Männer und Kinder beschäftigt sind?” “Hau rein, dann schaffen wir es noch vor dem Franzosen mit den zwei Einkaufswagen!” “Dauert das noch lange??”. Bis dahin hat er aber die Wand schräg gegenüber von den Kassen noch nicht gesehen. Die, an der in 2-Meter-Abschnitten für jeden Hersteller Make up präsentiert wird. Normalerweise würde ich mir den Lippenstift ja alleine in der Mittagspause in der Parfümerie kaufen, aber das kann er jetzt vergessen: langsam ziehe ich Farbe für Farbe raus, teste rum, gucke ob es zu meinem Hauttyp passt und beziehe ihn natürlich bei jeder Farbe mit ein: “Wie findest du die Farbe? Und die?”

Die hilflosen, fast ängstlichen Blicke in Richtung anderer geschundener Männer, die ein ebenso trauriges Bild neben ihren triumphierenden Frauen abgeben (sie verhalten sich ja alle gleich, werden also auch alle bestraft – was sie nicht wissen, sie glauben ja immernoch, das dm-Verhalten wäre bei uns genetisch vorprogrammiert), nehme ich natürlich genauso wahr, wie das mitleidige Nicken eines Leidensgenossen, der mit seinem Kinn in eine mir nicht nachvollziehbare Richtung deutet. Aus den Augenwinkeln fällt mir auf, dass er Monsieur einen Stuhl gezeigt hat, auf dem er sich nun kapitulierend nieder lässt. Klare Ansage für mich, genau so weiter zu machen, vor allem, wenn er anfängt, lautstark Kommentare darüber abzuliefern, dass es ja echt lustig sei, dass ich “in einer Reihe von 6 Frauen stehe, die alle total bedächtig einen Kajalstift aus dem Regal ziehen, drehen, bestaunen und wieder reinstecken.”

Irgendwann erlöse ich ihn dann, so nach ca. 20 Minuten. Zumindest von der Farb-Folter, danach kommt ja noch die Riesen-Wand mit Produkt-Miniaturen direkt vor der Kasse. Die Frauen-Quengelware. Interessanterweise funktioniert das Prinzip bei mir mehr als gut, aber bevor ich mich richtig davon einlullen lasse, zeige ich ihm einfach alles, was ich gut finde und beschreibe mögliche Einsatzmöglichkeiten wie Urlaub, Party, einfach so für die Handtasche. Das ist dann kurz vor Exitus und der Franzose mit den zwei Einkaufswagen (in Frankreich sind Drogerieartikel unglaublich teuer, deswegen kommen sie immer zu uns) gibt ihm dann den Rest. Weil seine Kreditkarte nicht funktioniert und das Sprachproblem zwischen ihm und der Kassiererin dem Raum-Zeit-Kontinuum eine neue Dimension verleiht.

Der Alptraum ist dann vorbei, wenn wir alles ins Auto gepackt haben und er sich eine Zigarette anzünden kann. Und ich nehme mir bei allem Amusement zum hundersten Mal vor, sowas in Zukunft wieder in die Mittagspause zu verlegen.

4th Jun 2009, von Blabbermouth zum Thema Kosmetik
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“Oooooooooh!! Ich habe ja heute meinen Termin bei der KOS-MEEE-TIKERIN!!”

“Na holla!”, denk ich mir. Auch so einer der Berufe, bei dem man für relativ unschöne Tätigkeiten dann ja doch nen kleinen vergoldeten Taler verdient. Insbesondere bei der weiblichen Kundschaft, der Du ja grundsätzlich nur sagen musst, dass sie nach der Behandlung grob 12 Jahre jünger aussehen würde – worauf hin diese plötzlich geblitzdingst werden und die Kosten für den ganzen Spaß dann auch direkt und ohne Umschweife vergessen. Dauerhaft, für immer und für ewig.

Was bleibt mir schon, als umgehend in der Auswahl meiner schnell zurecht gelegten Gegenargumente zu resignieren und mich innerlich recht fix auf ein hübsches Stündchen Sofa-Probeliegen einzustellen – die wird dann ja auch quasi mitbezahlt und sollte deswegen auch auf gar keinen Fall zu kurz kommen, denk ich mir.

So ganz grob stelle ICH als Mann mir diese Kosmetikerinnen-Sessions ja so vor: Du gehst zu irgendeinem Menschen, gibst ihm relativ viel Geld, legst Dich auf eine bequeme Liege und schläfst ein. Eine gute Stunde später wirst Du wieder wach, siehst BLEN-DEND aus, sprühst vor mitreißender Energie, gleißender Lebensfreude und sensationellem Selbstbewußtsein und bist quasi DER Blickfang für so ziemlich jeden, der ohne Sonnenbrille überhaupt noch in der Lage ist, Dich direkt anzusehen. Das wäre zumindest das, was ich erwarten würde, wäre ich denn bereit, überhaupt einen Pfifferling dafür zu bezahlen, dass mir ein fremder Mensch den Talg aus der Haut drückt, mir das Gesicht mit Quark und ein paar Gürkchen zupflastert und mich letztendlich zu hypnotischer Gong-Musik noch etwa 15 Minuten pennen lässt.

Soweit meine Meinung.

Es vergehen beschauliche ZWEI Stunden, bis ich den Schlüssel im Schloss drehen höre und freudig erregt meiner wiedergeborenen Schönheit entgegenspringe, die… joa… die… also – die genauso aussieht wie vorher?!?! Also nicht falsch verstehen: natürlich ist sie nach wie vor die schönste Frau der Welt (und das schreibe ich NICHT nur, weil ich sonst von ihr verprügelt werde), aber im Grunde hatte ich jetzt ja doch nach ihrem Kurztrip auf eine 2-Stunden-Schönheitsfarm zum Preis eines Kleinwagens zumindest irgendeinen Anhaltspunkt dafür erwartet, dass sie nicht bloß unten im Auto gesessen und gedöst hat.

“UND????”, frage ich

“Das war soooooo schön!!”

“Was jetzt?”, frage ich

“Na die Behandlung!”

“Was genau hat die jetzt behandelt? Hat sie Dich bloß angestarrt?”

“Moah!! Neee! Fühl doch mal wie glatt meine Haut jetzt ist!!!”

Ich fühle. “Hm. Also – najaaaa… war das vorher anders?”

“DAS MERKT MAN DOCH!!!”

“… klar! Merkt man!!”

“Und dann hat sie eine Maske aufgetragen, zur Entspannung, das ist TOTAL gut für die Haut!!”

“Sie hat Dir Quark ins Gesicht geschmiert?”

“Eine SPE-ZI-AL-MASKE!!! und die Augenbrauen hat sie gezupft!”

“Ooooookayyyyy….. aber die zupfst Du selber doch eh??”

“Aber nicht SO! Siehst Du das nicht?” quietscht es langsam leicht hysterisch.

“Jau, jetzt wo Du’s sagst! Klar!”

“Und dann habe ich gaaaanz entspannte Musik gehört und das einwirken lassen und das war echt toll!”

Ich weiß wohl, dass ich mich damit auf SEHR dünnem Eis bewege – aber ich kann einfach nicht anders: “Pass auf, Schatz”, schlage ich vor, “Nächste Woche rasier ich Dir mit meinem Langhaarschneider die Augenbrauen weg, schmiere Dir mit dem Tortenheber Milram’s Frühlingsquark ins Gesicht und singe Dir ein lustiges Einschlaflied vor – und DU gibst mir dafür Geld. Was meinst Du?”

“Lass mich!!!!!!!!”

4th Jun 2009, von vizekönigin zum Thema Kosmetik
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Es ist ja naturgegeben, dass Frauen vollkommen problemlos viel Geld für in Männeraugen nicht nachvollziehbare Produkte und Dienstleistungen aus dem Beautybereich investieren können. Beides kann hin und wieder mal ausarten, aber beides muss bei ungefähr 80% aller Frauen mal mehr, mal weniger sein. Nun hat er ja das zweifelhafte Glück, mich in einer Phase meines Lebens kennengelernt zu haben, in der sich mein Schwerpunkt von Dienstleistung auf Produkte verlagert hat, nicht zuletzt dank des Misstrauens, welches sich in die Kosmetikerinnen-Fraktion in dieser Kleinstadt – in erster Linie wegen mangelnder Auswahl – gefestigt hat. Was natürlich nicht heißt, dass ich diesem Luxus für immer und ewig abschwören würde, aber wenn man sich dran gewöhnt hat, nicht mehr halbwegs regelmäßig dort hin zu gehen, ist es auch kein Drama mehr. Zumindest bis man sich nach einer vertrauenswürdigen Empfehlung dazu entscheidet, zugunsten der erwarteten Hochzeits-Korona, vielleicht doch noch ein, zwei Sitzungen vorzunehmen.

Eine solche Behandlung läuft immer nach dem gleichen Schema ab und mir liegt es fern, jetzt jeden damit zu langweilen. Es ist aber eine nicht von der Hand zu weisende Tatsache, dass neben dem optischen Ergebnis vor allem der innere Frieden auf der Behandlungsliege eine entscheidene Rolle spielt: wenn mir 20 Minuten lang der Schwerpunkt meines Gesichts mittels Massage hin- und hergeschoben wird und ich währenddessen und 20 Minuten danach zu sphärischer Klangschalenmusik, unterlegt mit Meereswellenrauschen und Vogelgezwitscher fast ins Delirium falle, fühle ich mich danach fit wie ein Turnschuh und könnte Bäume ausreißen. Spiegelt sich nebenbei bemerkt auch im Gesamtanblick wieder – insbesondere, wenn das Ganze an einem Nachmittag eines Tages passiert, an dem ich um 6 Uhr morgens aufgestanden und 800 KM weit geflogen bin UND während dieser Stunde Flug ununterbrochen an den eventuell im Hotelzimmer liegengebliebenen Autoschlüssel, für den in der 120 KM-Fahrt vom Flughafen nach Hause eine Hauptrolle vorgesehen ist, denken muss.

Gut, Männer besitzen ja von Haus aus keine Antennen, was soetwas betrifft. Aber Mann macht ja Zugeständnisse. Dass sich in unserem Bad neuerdings eine nicht von mir genutzte Feuchtigkeitspflege breit macht und ein dazu passendes Waschgel, das auch im Gesicht nach Moschus, Amber und Cool-Effekt riechende Duschgel ersetzt, habe ich mehr als erstaunt zur Kenntnis genommen. Zumal ich es NICHT gekauft habe. Aber eine kosmetische Behandlung? Mal abgesehen von dem mit Naserümpfen vorgebrachten Einwurf, ob ich mein Geld nicht anderweitig aus dem Fenster schmeißen könne, wird dann ja sehr gerne mit der Unwirksamkeit überhaupt ALLER Cremes dieser Welt argumentiert. Darüber kann man hinwegsehen, es wird nur genickt, “Jaja, hast Recht, Schatz” gesagt und trotzdem zum Termin gegangen.

Wenn man dann allerdings mit einer Haut, deren Grip in etwa einem seit 24 Stunden auf dieser Welt existierenden Babypopo ähnelt, nach Hause kommt; die Augenbrauen endlich mal wieder perfekt in Form gebracht sind und man vor lauter Entspannung und Endorphinen eigentlich gar nicht mehr weiß wohin mit sich selbst, sollte man möglichst vermeiden, seinem Mann über den Weg zu laufen. Es ist irgendwann nicht nur albern, sondern fast erniedrigend und vor allem desillusionierend, wenn man vor ihm steht und wie blöd auf die Augenbrauen zeigt und fragt:

“Und? Schön, oder??”
“Hmm.. Was denn genau?”
“Die Augenbrauen, Maaaann!!”
“Aber die sehen doch auch so aus, wenn du sie gezupft hast!”
“Moah, ganz sicher nicht, die sind jetzt PER-FEKT!”
“Na wenn du meinst..”
“Okay, und jetzt fühl mal hier..”
(tätschelt Wange) “Aha. Und was ist da?”
“Meine Haut ist total glatt und weich, hallooo?”
“Ich erkenne da keinen Unterschied. Doch, sie ist gerötet..”
“Ja, NOCH. Aber ich hab auch gesagt, dass sie weich ist, das sieht man nicht, man fühlt es!”
“Ich fühle da auch keinen Unterschied. Was hast du denn dafür bezahlt?”

Sehr schön. Du gibst also Geld aus, milchmädchentechnisch betrachtet auch für ihn, siehst den Unterschied, fühlst ihn auch, freust dich wie bekloppt und dein Gegenüber merkt NICHTS. Aber will wissen, was es gekostet hat, um dich, einer kurzzeitigen Ohnmacht nahe, dann auch noch mit dem Preis für ein für ihn (blind? gefühlstaub in den Fingern??) nicht sichtbares Ergebnis aufzuziehen. Ich hätte es auch machen können, ohne ihm was davon zu sagen, es wäre das gleiche Endergebnis gewesen, er hätte nichts gemerkt und ich hätte mich nicht rechtfertigen und mir vollkommen unsinnige Geschäftsmodelle anhören müssen. Mache ich demnächst auch.

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21st Jul 2008, von Blabbermouth zum Thema Diskussionen, Er so, Kosmetik
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Die gemeine Feld- und Wiesenfrau ist ja eher etwas kleinlich, wenn Du sie ein paar Tage nicht gesehen hast und Dir nicht sofort auffällt, dass sie neuerdings statt 5 cm breiten Augenbrauen nun tatsächlich 4,9 cm breite Augenbrauen hat, weil sie sich absolut sicher war, dass ihr das nicht nur um ein Vielfaches besser steht, sondern weil es NATÜRLICH jedem sofort positiv auffallen müßte.

Wie funktioniert das unter Frauen? Haben sie geheime Mimik- oder Gestikzeichen, um sich gegenseitig solche völlig unbemerkbaren Details zu signalisieren und darauf aufmerksam zu machen? Selbst wenn Freundin A ihre beste Freundin B etwa 7 Jahre nicht gesehen hat und sie sich rein zufällig in der Stadt begegnen (im Dunkeln auf dem Fahrrad, ziemlich schnell UND mit Sonnenbrillen) und bloß winkend aneinander vorbeifahren, wird man sich am Abend überall in der Stadt anhören müssen: “Habe heute A. in der Stadt gesehen. Sie hat neuerdings den Fingernagel des kleinen Fingers der rechten Hand mit Klarlack lackiert”. Genauso läufts.

Ich liege also am Wochenende endlich bei meiner ersehnten Traumfrau auf dem Sofa rum und frage mich schon eine kleine Weile, warum mich diese großen Kulleraugen immer wieder so fragend ansehen und sich der kleine Kopf immer wieder so fragend auf die Seite legt.

SIE: “Fällt Dir was auf?”
Ich: “Hmmmm… hmmm…. gib mir nen Tip?”
SIE: “Maaaaann – ich habe mir doch die Haare gefärbt! Das SIEHT man doch!”
Ich: “Ach – JAAA! Natürlich! Das… ähm… sieht man??”
SIE: “Guck doch mal hier! Das ist doch eine ganz andere Farbe?”

Ich überlege kurz, wie ich jetzt argumentiere…

SIE: “Baby, das mußt Du doch sehen?”
Ich: “Welche Haarfarbe hattest Du vorher?
SIE: Dunkelbraun.”
Ich: “Hm. Und welche ist DAS jetzt?”
SIE: Dunkelbraun.”
Ich: “Ääääääh??? Wie jetzt?
SIE: “Das ist aber ein anderes Dunkelbraun!”

Ach ja. Stimmt. Ich hatte ja die “Nuancen” vergessen. Diese süßen, kleinen Unterschiede, deren Gegenwart von uns Männern allzugerne einfach übersehen wird. Die NUANCEN sinds.

Soso. *amKopfkratz*

21st Jul 2008, von Vizekönigin zum Thema Komplimente, Kosmetik, Sie so
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“Lass uns gleich weiterschreiben, ich bin mal eben 20 Min im Bad.”
“Wieso, was machst du denn?”
“Haare färben”
“Ok”

Bis dahin noch ziemlich unspannend. Lustig wurde es dann einen Tag später, als ER endlich zu Hause war und wir auf der Couch gelegen und rumgesäuselt haben. Super Zeitpunkt für ein Kompliment. Kam aber nicht von alleine, also nachgeholfen:

“Gefällt dir die Farbe eigentlich?”
“Welche Farbe?”
“Ähm.. Meine Haare? Die, die ich gestern Abend gefärbt habe, wegen denen ich dir die ganze Zeit nicht schreiben konnte?”
“Oh.. Warte mal, ich gucke”
“ICH LIEGE DIREKT VOR DIR UNTER DER LAMPE!!!”
“Jaaa!! Ähm, ja äh… Dings… Sieht schön aus…?”
“Du siehst es gar nicht, oder?”
“Doch, die sind so…”
“Dunkelbraun. Waren sie vorher auch schon, jetzt sind sie aber dunkler. Glänzender. Und schöner. So ein Braun gibts im richtigen Leben nicht.”
“Ah ja, ok.. Stimmt, sie sind dunkelbraun.”

Zugegebenermaßen ist es vielleicht etwas zu viel verlangt, von einem Mann zu erwarten, zwei verschiedene Dunkelbrauntöne zu differenzieren. Wenn ich aber keine 24 Stunden vorher noch lang und breit erzählt habe, dass ich mir die Haare “jetzt mal eben färben” werde und IHM dazu auch noch Fotos mit der fast schwarzen Pampe auf dem Kopf rüberskype, sollte zumindest ein HöflichkeitsKOMMENTAR (über ein Kompliment spreche ich ja schon gar nicht mehr) drin sein. Selbst wenn die Farbabweichung kaum auffällig ist. Sonst kann er es ja auch.