Nahrungsaufnahme

27th Apr 2009, von vizekönigin zum Thema Nahrungsaufnahme
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8:30 Uhr (Face-to-Face-Dialog):
“Machst du dann nachher Mittagessen?”
“Ja klar, wo finde ich denn die Infos?”
“Hier ist das Buch, stehen alle Rezepte drin. Such dir einfach eins aus, wir haben alles gekauft, was drin steht.”
“Okay!”

12:16 Uhr (skype):
“Um wieviel Uhr soll das Essen denn fertig sein?”
“Hm.. Um 13 Uhr? Welches gibts denn?”
“Weiß ich noch gar nicht. :-)”
“:-)”
“Dann mach ich mich gegen halb mal auf in die Küche.”

12:30 Uhr (skype):
“Und, hast du dir jetzt schon was ausgesucht? Da stehen ja die Zubereitungszeiten drin..”
“Ich mach das schon, Herzchen…”

13:00 Uhr (Face-to-Face-Dialog):
“Hmmm, das riecht ja lecker!!”
“Ich weiß ja nicht, aber ich glaub das hab ich verhauen..”
“Wieso, was war das Problem?”
“Na also da steht drin: “6-8 Esslöffel Gemüsebrühe dazugeben…” Ich hab jetzt nur 4 reingemacht, und DAS ist schon extrem salzig..”

Cut.

Du kommst also in der Mittagspause mit dem Rad nach Hause gedonnert, hast eigentlich kaum Zeit, weil die Fahrt schon gut ein Drittel deiner Pausenzeit in Anspruch nimmt, freust dich darauf, dass du dich in der kurzen Zeit nicht auch noch im Speedcooking beweisen musst und stehst vor einem ratlosen Mann, der offenbar noch niemals ein Kochbuch gelesen hat. Eigentlich sollte man meinen, frau bräche direkt in schallendes Gelächter aus, aber irgendwie tut er dir ja auch leid und zu guter Letzt hast du dich auf eine in 10 Minuten easypopeasy zuzubereitende Mahlzeit gefreut. Der eigene Überlebenswillen bekämpft die Schadensfreude in dem Fall dann doch ein wenig und du fängst panisch an, gläserweise Leitungswasser in die ETWAS salzige Sauce zu schütten. Das wiederrum führt dann bei dem geknickten Koch-Ego dazu, sauer und bockig zu werden und dir genau vorzulesen, was im Rezept steht:

“DA! Dort steht: “6-8 Esslöffel Gemüsebrühe dazugeben..”!! Woher soll ich wissen, dass die aufgelöste Brühe meinen und nicht Pulver??”
“Weil dieses Pulver KONZENTRAT ist, weißt du eigentlich, wieviel TEELöffel Pulver man nimmt, um EINEN LITER Brühe herzustellen?”
“Aber hier steht auch, dass man Nudelwasser aufsetzen soll, was ja wohl logisch ist, wenn man Nudeln kocht, wieso schreiben die dann nicht auch, dass man Brühe kochen soll???”
“Weil kein Mensch glauben würde, er müsse fast eine ganze Dose Gemüsebrühe in 200 ml Wasser auflösen..”
“Und was machst du da jetzt? Das soll doch keine Suppe werden?”
“Ich versuche, die festen Bestandteile der Sauce irgendwie vom Salz zu befreien. Sie abzuspülen sozusagen..”
“Das bringt doch nichts, die ist hinüber!”
“Ist ja auch okay, ich versuche doch nur..”
“Lass mich, ich bin eh krank. Kein Wunder, dass sie kaputt und nicht mehr zu retten ist.”

Richtig. Es war zwar ein Versuch, zu retten, was zu retten war (wobei es dann doch mit Magie zu tun haben müsste, eine Sauce, die unter anderem durch Kapern gekennzeichnet ist, salzfrei zu kriegen) und es hat nicht wirklich funktioniert. Man konnte dann zwar doch die Nudeln essen, die gerade eben so mit der Flüssigkeit (die ja nun zu 50% aus Wasser bestand) benetzt waren, der Rest war für Menschen, deren Geschmacksnerven noch keine 80 Jahre auf dem Buckel haben, Auslöser für nervöse, ruckartige Tics beider Augenlider.

Es gibt Männer, die können kochen. In allen Variationen und mit allem was dazu gehört Ganz wunderbar und meistens werden diese auch von Beruf Koch. Oder sie kochen zu speziellen Events, so wie mein Vater. Andere Männer, zu denen auch mein Exemplar gehört, können super grillen. Sonst jetzt eher nicht soo viel, müssen sie aber auch eigentlich nicht – es gab ja Pizzalieferdienste, Fertigpizzen und dann die Frauen, in diesem Fall mich. Ich will gar nicht darüber urteilen oder mir ausmalen, was passieren könnte, wenn ich mir mal beide Arme brechen, zu Hause bleiben und auf ihn angewiesen sein würde. Dafür hat er ja eine Menge anderer Qualitäten. Autofahren zum Beispiel oder HTML programmieren. Ich pass dann lieber etwas auf meine Arme auf.

17th Mar 2009, von Blabbermouth zum Thema Nahrungsaufnahme
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Als männlicher Single bestimmst DU über Dein Leben. Du entscheidest, wann Du am Wochenende aufstehst, wie lange Du abends am Rechner rumhängst, ob Du nun zum dritten Mal nacheinander bei McDonalds zu Abend speist oder ob der Klodeckel oben steht. Du bist Chef. Du lässt Deine Socken 21 Tage am Stück ungewaschen auf dem Sofa rumliegen (Deine Jungs verstehen das) und Du könntest nebenbei im Zirkus jobben, weil Du es schaffst, 12 Teller und 13 Gläser abwechselnd aufeinander zu stapeln.

Irgendwann ändert sich das. Irgendwann hast auch Du eine Frau gefunden, bei der all Deine Sprüche gezogen haben, der Du genau DIE Komplimente gemacht hast, die ausnahmslos Volltreffer waren und die Dich dafür liebt, dass sie Dir abends was Leckeres zum Essen kochen darf, während sie total auf Deine eher schlechten Witze steht.

Denkst Du. In Wirklichkeit redest Du Dir all das nämlich nur ein. In Wirklichkeit hat sie Dich längst umgedreht, hat Dich zu jemanden gemacht, der freiwillig den Müll runterbringt (ohne zu nörgeln) der selbst besoffen im Sitzen pinkelt, der GERNE das Geschirr spült und der seiner Heldin natürlich ohne zu Murren jederzeit abends die schmerzenden Füße massiert. Sie dringt in Dein Gehirn ein (wahrscheinlich im Schlaf), schneidet Dir mit einem extrem kleinen Skalpell das gute Stück mit der Aufschrift “eigener Wille!” aus dem Schädel und lässt es für immer und ewig verschwinden.

Du brauchst keinen eigenen Willen mehr – Du hast jetzt mich.” (Das ist übrigens O-Ton.) Soso.

Genau DAS hat sie dann wohl auch gedacht, als sie sich ihr Brautkleid bestellt – und zwar direkt mit dem Ziel, mich ohne mein Wissen in die dunklen Tiefen einer D-I-Ä-T zu ziehen. Dergleichen Unsinn habe ich natürlich selber auch schon hinter mich gebracht, sogar aus eigenem Willen. Aber genau hier liegt der Hund begraben: dieses Mal war ich nicht eingeweiht. Seit gestern bekomme ich irgendwelche Säfte vorgesetzt, die aussehen als habe man sie bereits mehrmals durchgekaut und erfolgreich verdaut. Ich TRINKE mein Frühstück. Ich SCHLÜRFE mein Abendessen.

VERDAMMTE SCHEISSE – ICH HAB HUNGER!!!!!!

Ich irre wie ein Zombie durch die Wohnung, ziehe zahllose Male die Kühlschranktür auf, entdecke wieder nur Obst und irgendwelche Säfte, ich NASCHE eine TOMATE (!!!) und irre wieder zurück auf’s Sofa. Ich durchwühle die Süßigkeiten-Schublade und entdecke – nichts. Ich schaue lieber nochmal in der Küche nach. Oder in der Brotbox? Oder vielleicht doch im Kühlschrank?? Ich könnte ja nochmal im Kühlschrank gucken. Sollte ich bei dieser Diät tatsächlich abnehmen, dann kommt das wahrscheinlich von 437 gelaufenen Kilometern zum und vom bereits erwähnten – Kühlschrank. Ich sehe Farben, Fratzen, Grimassen. Ich höre Stimmen und lebe Tagträume. Ich spüre Schwindel und Zuckungen… ich… Supermarkt. Gehen Turm Auto und schwimmen Berg. Oma? Nein, morgen… ha u . %$7 0 jwd jif´?? n.

17th Mar 2009, von vizekönigin zum Thema Nahrungsaufnahme
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Wenn man Single ist, hat man es nicht so mit der Nahrungsaufnahme. Man isst, wenn überhaupt, irgendwas schnelles und davon meistens recht wenig. Als Frau zumindest. Sobald man in einer Beziehung steckt, hört das auf, frau muss abends Futter für den Liebsten kochen, besonders aktiv ist man auch nicht mehr, ist ja viel schöner, entspannt und verliebt auf der Couch rumzukuscheln. Kurzum: eine Beziehung ist ein Wohlfühlgewichtskiller.

Zu der Tatsache, dass es kein Wohlgefühl gibt, wenn man nicht im selbst ausgedachten kilotechnischen Bereich dessen liegt, kommt nun die Tatsache, dass wir in knapp 4 Monaten aussehen müssen wie Barbie und Ken. Also nicht ganz, blond steht mir nicht und geschlechtslos müssen wir beide nicht sein. Den zusätzlichen Ansporn liefern nette Bemerkungen á la: “Na, kleine Pummelfee? Willst du wirklich noch den Kinderriegel essen? Würde ich mir überlegen..” Ich für meinen Teil schweige lieber und fange direkt an, ihn physisch zu terrorisieren: Früchtefasten. Eine Woche lang nur Obst in allen möglichen Variationen, eine Obstsorte als zentraler Mittelpunkt des Tages, gerne auch wahlweise flüssig, als Salat, mit irgendwelchen anderen Zutaten drumherum. Um diese Sorte herum so viel anderes Obst, wie man will. Und Tee, Tee, Wasser, Tee, Tee, Tee, Wasser, Wasser und.. Tee.

Was soll ich sagen – ich könnte kotzen. Wir beide. Nach Tag ZWEI. Ich habe Sodbrennen und schon um 12 Uhr so sehr die Nase voll von diesem biologischen Süßkram, dass ich mir vollkommen schmerzfrei einen knappen Liter Tomatensaft reinkippe, nur um ENDLICH wieder irgendwas herzhaftes zu mir zu nehmen. Der Mango-Lassi sah aus und schmeckte irgendwie wie Erbrochenes, keine Ahnung, was ich da falsch gemacht habe. Das ganze Futter ist kalt. Und dann noch der seelische Stress..

Der Liebste versteht sich plötzlich in psychologischer Kriegsführung  (“Du willst jetzt wirklich ne Heidelbeer-Molke machen und zum Sport? Nicht lieber ne Pizza und eine Folge CSI New York auf der Couch?”), ich lasse mich zumindest was den Sport betrifft von wahnsinnig geistreichen Ausreden á la “wir haben zu wenig Energie im Körper, wenn man so eine Diät macht, darf man keinen Sport treiben” von der Notwendigkeit eines erneuten Couchabends überzeugen und könnte zum Mörder werden, wenn ich durch das Treppenhaus laufe und das Abendessen unserer Nachbarn durch die Nase ziehe. Dazu sollte man wissen, dass ich unfassbar schlechte Laune kriege, wenn ich Hunger habe – ich nenne es jetzt gerade mal Drahtseilakt, definitiv ohne Netz und doppelten Boden. Außerdem lungert er dauernd in der Küche rum, angeblich um Cherrytomaten zu essen. Gut, heute, nachdem ich ihn drauf angesprochen habe, war das auch so. Aber ich glaube, dass er heimlich das bisschen Aufschnitt, dass ich nicht weggeschmissen, sondern für den Hund aufbewahrt habe, isst. Jeden Tag eine Scheibe, damit es nicht auffällt. Bestreitet er aber natürlich. Klar.

Zusätzlich zur schlechten Laune gibts kostenlos Sodbrennen oben drauf, natürlich nicht ohne entsprechenden Kommentar zum Tee von Ihm. Wäre ja meine Entscheidung, er liebt mich ja so, wie ich bin, ich wäre ja hübsch so. Schon alleine diese Aussage – das ist mindestens genauso beruhigend wie:  “Ich liebe jedes Gramm an dir”!! Allerdings war direkt nach dem ersten Tag ein Kilo (Wasser) runter, das hilft etwas – vor allem, wenn ich dann in die neidisch grüne Hamsterbacke reinkneifen und aufs Weitermachen bestehen kann.

12th May 2008, von Vizekönigin zum Thema Nahrungsaufnahme, Sie so
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Natürlich ist es unangenehm, wenn man merkt, dass man in den letzten Wochen nahrungstechnisch etwas übertrieben hat. Kann aber passieren. Und natürlich weiß ER, was er sagen muss, wenn ich ihn frage, ob ich zugenommen habe. Es ist kein Geheimnis, dass ich gerne hören möchte, dass es nicht so ist, ER weiß aber, dass ich es selber auch weiß und wenn ER es einigermaßen gut verpackt, kann ich auch mit der Realität leben, die mich dann sogar anspornt, nicht nur für mich, sondern auch für IHN wieder zu hungern. Nicht so schön ist allerdings, bei einem Blick auf meinen Minirock zu sagen:

“Süße, du kannst ja auch einen etwas längeren Minirock anziehen…”

Hallooo??? Dann kann ER das Wort Minirock auch direkt weg lassen! Sag mir doch, dass ich ne Hose anziehen soll! Und dann auf meine Rückfrage, ob ich entgegen des 5 Minuten vorher gesetzten, genau dieses Thema betreffenden Diskussionsausganges also doch so viel zugenommen habe, wie es mir erscheint mit:

“Wäre dir lieber, wenn ich dich SO raugehen lassen würde?”

zu antworten, muss etwas mit Wahnsinn und Todessehnsucht zu tun haben.

Gerade stand ER vor mir und wollte mir klar machen, dass wir unser Essverhalten ändern müssen – nachdem er nach der Dusche vor dem Spiegel gestanden und sich begutachtet hat. Ich meine, fett sind wir beide nicht, aber ich würde ihm NIEMALS sagen, dass WIR beide weniger essen müssen, nur weil ich meine, dass ich abnehmen müsste. Nichtsdestotrotz hat er ja Recht und deswegen habe ich ihm gesagt:

“Ja, so kann das echt nicht weiter gehen”

Natürlich hat die männliche Superzicke an meiner Seite das wieder so verstanden, dass ich ausschließlich ihn meine und den kollaborativen Ansatz in meiner Aussage komplett übersehen. Und hat wie erwartet mit einem empörten:

“WAAAAS? PAH, das ist ja… Das ist… TZE!”

reagiert. Männer.

11th May 2008, von Blabbermouth zum Thema Er so, Nahrungsaufnahme
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Um das mal festzuhalten – spontane Schweißaubrüche, Angst-Attacken und Fluchtgedanken schießen einem Mann doch als erstes in den Kopf, wenn einem die Herzallerliebste mit großen, traurigen Kulleraugen anschaut und mit klimpernden Wimpern fragt:

“Schaaaaahaaaatz… findest Du mich zu dick???”

“NEEEEIN, natürlich nicht, so ein dummer Unsinn, mein Schatz, das ist wirklich, wirklich ganz ganz großer Quatsch… du siehst SO toll aus!!” – und dann beginnt ein ziemlich zeitaufwendiger, Nerven-aufreibender und nicht weniger anstrengender Prozess, in dem man(n) vor der Aufgabe steht, eben genanntes Wortwerk viele Male in verschiedensten Variationen zu wiederholen, bis man schlussendlich dann doch ein befreiendes und finales “Na guuuuut….” zu hören bekommt. Puh! Glück gehabt. Hals aus der Schlinge gezogen.

ANDERSRUM: ausnahmsweise muss ICH dann mal feststellen, dass ich vielleicht doch das ein oder andere Gramm zu viel drauf habe. Nachdenklich in die Speckröllchen pieksend stehe ich vor IHR und sage lediglich: “Guck mal – wir müssen weniger essen, Darling. Das geht so nicht mehr” – und deute dabei auf den überflüssigen Zell-Anteil meines Körpers.

Die einzige Reaktion sind ein kurzer, anerkennender Blick und die Worte:
“Ja – SO kann das nicht weitergehen.”

Ähm?!